Die 1:12- Initiative: Ein sozialpolitisches Eigentor der Neidgenossen

Links- und Rechtspopulisten haben eines gemeinsam: Sie haben klare Feindbilder, bewirtschaften diese für Parteipropaganda und schüren negative Emotionen der Menschen. Für die Rechte sind es die Ausländer, für die Linken die Reichen. Mit der 1:12 Initiative geraten die Reichen ins Visier der (Neid-)Genossen.

Ein staatliches Lohnkorsett soll dafür sorgen, dass die Reichen etwas weniger reich werden. Wem nützt das? – Niemandem. Keinem Armen geht es besser, wenn der Reiche ein bisschen weniger reich ist. Die Initiative schadet aber unserer Volkswirtschaft, sie reduziert das Steuersubstrat, gefährdet die Sozialversicherungen und schadet letztlich vor allem den Menschen unterer Einkommensschichten.

Ausfälle bei den Sozialversicherungen

Unser Sozialstaat ist auf die hohen Einkommen angewiesen. Über Sozialversicherungen und Steuern werden jährlich Milliarden von Franken von den besser Verdienenden zu den weniger gut Verdienenden umverteilt. Die reichsten zehn Prozent der Steuerpflichtigen bezahlen 78 Prozent der direkten Bundessteuer. Ähnlich sieht es bei der AHV aus, wo die unbegrenzte Betragspflicht für höchste Löhne die Solidarität von Reich zu Arm garantiert. Personen mit höchsten Einkommen bezahlen AHV-Beiträge von rund einer Milliarde Franken und 19 Prozent der Beitragszahlenden kommen für 70 Prozent der Beiträge auf. Ein Lohndeckel würde ganz klar die Solidarität beschneiden und Finanzierungslücken verursachen.

Ein sozialpolitisches Eigentor

Der als Vater der AHV bezeichnete SP-Bundesrat Tschudi hat den Satz geprägt: „Die Reichen brauchen die AHV nicht, aber die AHV braucht die Reichen.“ Er würde sich wohl im Grabe drehen, wenn er erfahren würde, wie seine parteipolitischen Nachfahren das grösste Solidarwerk der Schweiz abbauen und der AHV Schaden zufügen wollen. Die Initiative ist ein sozialpolitisches Eigentor, was auch der Linken klar sein sollte. Sie ist klar abzulehnen.

12 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Wirtschaft»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production