Integration darf keine Assimilation bedeuten

Wenn die Bürgerlichen Integration verlangen, heisst das meistens auch Assimiliation, mann soll sich der sogenannten Dominanzkultur unterwerfen und sich angleichen. Begründet wird das mit dem denkbar einfachen Spruch: “Wer hier wohnt sollte sich auch anpassen”. Das ist kompletter Schwachsinn und verhindert eine funktionierende Integration und erleichtert kein Stückchen das Zusammenleben. Viel mehr sollte man aus der kulturellen Vielfalt Vorteile ziehen und das Beste daraus machen. Einen schweizerischen Einheitsbrei, nach den Vorstellungen der SVP, möchte ich nicht.

Integration bedeutet auch fördern

Oft wird von Ausländern, Asylsuchenden und MigrantInnen nur Eines verlangt und zwar Anpassung. Stellenweise geht es soweit, das kleine Lokalpolitiker fordern, diese Menschen sollen doch Schweizerdeutsch lernen. Die Betonung kann man hier auf beinahe jeden Populisten anwenden: Ausländer sollen. Doch Integration sollte nicht nur eine Bring-Schuld sein, sondern es sollte auch Hilfe angeboten werden. Wenn man Deutschkurse für Ausländer verlangt sollen auch alle die Möglichkeit haben einen solchen kostenlos zu besuchen. Wenn man schon verlangt, dass genau diese Menschen nicht arbeitslos sein dürfen, dann soll man ihnen helfen einen Job zu finden. Die Gesellschaft verlangt von MigrantInnen Einiges ab, doch wann tun wir etwas. Wer fordert der muss auch fördern können.

Das Märchen der Kriminellen

Auch ein beliebtes Thema der Rechtspopulisten sind kriminelle Ausländer. Wenn ein Ausländer einen Schweizer niedersticht, dann lässt man um die Volkstimmung aufzuwiegeln, am Besten noch ein paar Anzeigen drucken. Doch wissenschaftliche Studien haben belegt, dass die meisten Kriminelle als gemeinsamen Background nicht die Herkunft, sondern den sozioökonomischen Status haben. Das bedeutet Kriminalität kommt öfters in armen sozialen Schichten vor. Somit ein Schweizer der diesen sozioökonomischen Status teilt kann genau so schnell kriminell werden. Nun ist halt die Sache, das am Ende der Nahrungskette nicht der Banker, sondern leider meist der Migrant steht, vielleicht alleine nur weil das “ic” am Ende immer noch ein Grund ist nicht eingestellt zu werden. Auch die Anerkennung von ausländischen Titeln muss reibungslos über die Bühne gehen, das hat selbst SVP-Nationalrätin Yvette Estermann, am eigenen Leib gespürt. Fakt ist: die Beste Sicherheitspolitik und Kriminalitätsbekämpfung macht man mit Armutsbekämpfung und nicht mit Gummischrot und Sicherheitskameras.

Schweizer Einheitsbrei?

Wenn sich Ausländer unbedingt anpassen müssen, dann soll aber zuerst gesagt werden, an wen den bitte? Die Schweiz ist kein kultureller Einheitsbrei ganz im Gegenteil, allein die Unterschiede zwischen den einzeln Kantone sind vielfältig und spannend. So kann man einen geborenen Stadt-Zürcher nicht mit einem klassischen Urner vergleichen. Basel hat die Fasnacht, Zürich hat die Streetparade. Und wir Schweizer kommen untereinander auch gut aus, niemals würde man von einem Urner verlangen sich den Stadt Zürcher anzupassen. Und die Schweiz kann auch noch mehr Vielfalt vertragen, es tut uns sogar gut, allein die kulinarische Vielfalt die daraus entsteht.

Die Schweiz kann die kulturelle Vielfalt nicht bestimmen, das ist von den Menschen abhängig. Aber ich möchte keinen nationalen Einheitsbrei, in dem jeder die Streetparade lieben muss oder an die Fasnacht geht. Die kulturelle Vielfalt ist kein Grund für Kriminalität oder Entfremdung, sie macht eine Stadt wie Zürich reicher.

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