Warum gerade erst jetzt? Der medial handelnde Politiker....

Der medial getriebene Politiker wird in Zeiten von Infotainment und Digitalisierung mehr und mehr zur Realität. Brennende Themen werden erst dann behandelt, wenn Medien den Finger in die Wunde legen. Wie viele Flüchtlinge sind vor Lampedusa in den letzten Jahren ums Leben gekommen? Was hat die Politik in dieser Zeit getan? Und urplötzlich – nach einem grösseren Drama – erscheint das Thema auf Seite 1 der Zeitungen und im Anhang sogleich all die politischen Rezepte, die im Prinzip schon sehr lange hätten umgesetzt werden können.

Wie lange schon verwehren die Industriestaaten afrikanischen Produkten durch hohe Agrarzölle Absatzmöglichkeiten? Dafür landen hoch subventionierte Produkte von Industriestaaten auf den afrikanischen Märkten und lassen afrikanischen Produzenten keine Chance. Warum hat sich der Kontinent Afrika trotz vieler Milliarden, die in „Entwicklungshilfe“ geflossen sind, nicht wirklich oder nur sehr bedingt weiterentwickelt? Warum investieren europäische Staaten viel Geld in eine Festung statt dieses Geld vor Ort in Afrika zu investieren, damit Menschen dort eine Perspektive haben und nicht versuchen nach Europa zu gelangen? Die Routen der Flüchtlinge sind bekannt. Europa hätte schon lange Flüchtlingslager auf dem afrikanischen Kontinent einrichten können, um das Schleppergeschäft einzuschränken und die Flüchtlinge vor der gefährlichen Überfahrt nach Europa zu bewahren.

Aber wen interessiert dies, wenn die Medien den Scheinwerfer nicht auf dieses Problem richten? Willkommen in der Welt des medial handelnden Politikers und ist der Hype vorbei, kommt das nächste Problem und das „alte“ gerät in Vergessenheit, bis zum nächsten Mal. Praktischerweise können die Lösungsansätze dann einfach wieder aus der Schublade gezogen werden.

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