Die Arktis hat keinen Unparteiischen

Was wäre wohl passiert, wenn Greenpeace ein Mediencommunique zum Thema gefährdete Arktis wegen Rohstoffförderung des Champions League Hauptsponsors Gazprom herausgegeben hätte. Vielleicht hätten es einige Printmedien aufgegriffen, aber wohl sicherlich nicht als Aufhänger. Und wie war der Effekt mit dem Plakat im St. Jakobpark während des Champions League Spiels? Eine solche Werbekampagne mit einer solchen Aufmerksamkeit wäre wohl geadelt worden. Sport und Politik sollten nicht vermischt werden. Dies hätten die Verantwortungsträger des Fussballs wohl gerne. Hauptsache der Rubel rollt. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei und die Ethik befindet sich zumindest schon einmal auf der Zuschauertribüne oder zumindest auf dem Stadiondach. Ob sie je einmal einen Stammplatz haben wird bleibt offen, der Weg dorthin ist noch lang.

Trotzdem regt sich der Widerstand. Die kritische Medienberichterstattung zu den katastrophalen Zuständen der Arbeiter – wobei der Begriff Sklave wohl eher angebracht wäre - in Katar. Die Demonstrationen in Brasilien. Auf dem Fussballplatz ist ein Schiedsrichter verantwortlich für die Einhaltung der Regeln. Die Arktis aber hat keinen Schiedsrichter oder wer überwacht die Einhaltung der Standards in Katar? Warum kann ein hoch verschuldeter Fussballclub in einem Land mit ebenfalls hoher Verschuldung und Jugendarbeitslosigkeit plötzlich einen Spieler für über 120 Millionen verpflichten - notabene Mithilfe einer Bank, die vom Steuerzahler gerettet werden musste? Dies ist doch einfach nicht mehr normal. In diesen Dimensionen bewegt sich der Fussball, aber die Politik soll sich doch bitte nicht einmischen. Höchstens wenn es darum geht, Vereine und Organisationen zu privilegieren. Ich finde auch nicht alles gut, was Greenpeace veranstaltet, doch ich bin froh, dass sie sich für den Erhalt unserer aller Lebensgrundlage einsetzen. Und ich plädiere ebenfalls dafür, dass die Politik sich vermehrt in die teils unethischen Gebaren des abgehobenen Fussballgeschäfts einmischt.

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