Nein - zur Volksinitiative zum Schutz fairer Löhne. Wir wollen unsere Arbeitsplätze nicht wegsozialisieren

Wer ist schon gegen faire Löhne und was ist denn in diesem Zusammenhang Fairness.

Das Erfolgsmodell Schweiz zeichnet sich durch die hohe Zahl der Klein und Mittelbetriebe aus, welche dank ihrer überschaubaren Grösse schnell auf geänderte Marktverhältnisse reagieren können.

Dank der hohen Flexibilität, können Produktions- und Dienstleistungsbetriebe ihre Strukturen schnell anpassen, während Grossbetriebe kaum in der Lage sind ihre Produktionsstätten innert geeigneter Zeit umzustellen.

Gerade in kleineren Unternehmen ist das Bedürfnis gross, lokal ansässige Hilfskräfte in Teilzeit zu beschäftigen um zB. saisonale Arbeitsspitzen zu überbrücken. Hier findet man auch die Arbeitskräfte, welche weniger als die von den Initianten geforderten Mindestlöhne von CHF 22.- verdienen können.

Das liegt hauptsächlich daran, dass die hergestellten Produkte gegenüber Importwaren konkurrenzfähig bleiben müssen und keine höheren Löhne möglich sind, ohne die Waren massgeblich zu verteuern, was das Ende solcher lokal hergestellten Produkte bedeuten würde.

Zusätzliche Automatisierungen oder Auslagerungen würden diese lokalen Arbeitsplätze vernichten.

Der Bund kann gemäss Initiativtext Ausnahmeregelungen für besondere Arbeitsverhältnisse festlegen. Unbekannt ist allerdings, ob und wie er es dann in solchen Fällen auch wirklich tun würde.

Was mit den Arbeitskräften geschehen würde, welche aufgrund eingeschränkter Leistungsfähigkeit weniger als den Mindestlohn erhalten, bleibt auch ungewiss. Es ist nicht anzunehmen, dass der Bund lokale Kontrolleure schickt um die Leistungsfähigkeit zu bemessen um eine Bewilligung für einen geringeren Lohn auszustellen.

Gerade solche Menschen bleiben auf der Strecke und werden kaum mehr eine Anstellung finden.

Ob es fair ist, einen Mindestlohn staatlich festzulegen ist deshalb auch aus sozialer Sicht zu verneinen.

Für Kleinverdiener ist es wesentlich, über welchen Betrag er verfügen kann und wie viel er für seinen Arbeitsweg und Mittagessen ausgeben muss. So kann es sein, dass der in der Nachbarschaft wohnende Kleinverdiener mehr zur Verfügung hat, als die Sekretärin, welche einen längeren Arbeitsweg auf sich nehmen muss und mehr als den Mindestlohn bezieht.

Ein Lohndiktat durch den Staat kann nicht fair sein. Die Festlegung von Mindestlöhnen gehört in die Hand der einzelnen Sozialpartner.

Verantwortungsvolle Arbeitgeber zahlen die Löhne, welche aufgrund der Erträge einer Leistung möglich sind. Das ist wirklich fair.

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