Erhöhung des Vignettenpreises auf Vorrat ist abzulehnen

Die Kosten des Individualvekehrs und auch die geplante Erhöhung des Vignettenpreises zeigt die Hilflosigkeit, wie den steigenden Kosten im Strassenverkehr begegnet werden soll.

Das Bedürfnis, sich individuell zu Mobilisieren muss als Ursache der Kostenexpolsion im Strassenunterhalt und -investitionen genauer betrachtet werden.

So fordern besorgte Bürger mit einfachen Rezepten, dass weniger Strassen gebaut werden sollen, damit nicht noch mehr Verkehr angezogen wird. Mit genau so einfachen Rezepten, in der Meinung, dass der Verkehrszuwachs eingedämmt wird, werden die Kosten der Mobilität erhöht.

Gerade im Falle massiv erhöhter Vignetten-Preise wird dem Anreiz weniger zu fahren nicht Rechung getragen. Wenigfahrer, welche ihr Auto nur einmal im Monat benützen, zahlen den selben Betrag wie Vielfahrer. Das stört das Rechtsempfinden.

Der bisherige Preis von CHF 40.-- wurde vom Volk akzeptiert. Hier sticht das Argument, dass es in etwa dem Beitrag (Abgabe) einer Tankfüllung entsprach und damit ausländische Gäste ihren Beitrag zum Strassenbau leisten, wenn sie ihr Benzin noch vor der Grenze kaufen.

In den vergangenen 40 Jahren wichen lokale Einkaufsgeschäfte vermehrt den Shopping-Center in der Umgebung, welche nur mit dem Auto bequem zu erreichen sind. Wer günstig einkaufen will, wird dies mit dem Auto machen müssen und wenn dann schon ein Auto vorhanden ist, kann doch gleich auch der Arbeitsweg unter die eigenen Räder genommen werden und womöglich noch die Kinder in die Schule gefahren werden.

Neben den Festkosten eines Autos, welche bekanntlich nun weiter verteuert werden, macht es wenig Sinn, sich noch ein Bus- oder Streckenabonnement zuzulegen, während das Auto mit neuer 100 Franken Vignette, mit monatlichen Mietkosten von CHF 200.-- und der Amortisation von CHF 400.-- in der Garage steht.

Für Autobesitzer ist der öffentliche Verkehr deshalb finanziell nicht interessant, zumal die ganze Familie im Auto bequem Platz findet. Und da in den letzten 40 Jahren die Infrastruktur auf den Individualverkehr abgestimmt wurde, ist die Abhängigkeit zum Auto gestiegen.

Bleibt zu wünschen, dass der Bundesrat gesamtheitliche Konzepte zur Verminderung der individualmobilen Abhängigkeit erarbeitet. Hier könnte die Schweiz aufgrund der Bevölkerungsdichte eine Vorreiterrolle übernehmen und die einfachen Rezepte wie Preiserhöhungen mal vergessen.

  • Wie können Anreize für lokale Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden.
  • ...
  • Wie kann die Umzugsstrafe (an den Arbeitsort) aus Sicht der Mietpreise und Wohnungswechsel vermindert werden.
  • ...
  • Wie kann arbeiten in der Region gefördert werden.
  • ...

  • Wie kann ein Kilometerpricing ohne riesige Administrative Hürden realisiert werden

  • ...

  • Wie können Anreize zu 24 Stunden Parkierungsmöglichkeiten geschaffen werden, (weil nur parkierende Autos auch gute Autos sind).

etc.

  • ...

Zur geplanten Umwandlung von Kantonsstrassen zu Bundesstrassen und für die geplanden Inveatitionen liegen gemäss TCS noch 3,8 Milliarden Reserven in der Strassenkasse. Das reicht vorerst um die Zusatzkosten von rund 300 Millionen pro Jahr abzudecken. Einer Preiserhöhung auf Vorrat zuzustimmen macht keinen Sinn und weckt zusätzliche Begehrlichkeiten.

Setzen wir ein Zeichen und stimmen "NEIN" zur Preiserhöhung der Vignette.

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