Attraktiver Hausarztberuf

Der Mangel an Hausärzten beunruhigt die Schweizer Bevölkerung sehr. In der Schweiz kommt gegenwärtig ein Hausarzt auf 2000 Einwohner. Das Verhältnis sollte aber bei 1:1000 liegen. Die gegenwärtige Situation also beunruhigend. Ich verlange darum vom Bundesrat, dass er den Beruf des Hausarztes attraktiver macht und entsprechende Massnahmen ergreift.

Die Situation ist ernst. Der Bundesrat aber will abwarten. Warten, bis der von Bundesrat Alain Berset verabschiedete Masterplan Früchte trägt. Warten, bis sich der Lohn der Hausärzte verbessert hat. Warten, bis das Bildungssystem mehr Plätze für Hausärzte bereitstellt. Meine Motion, die ich vor mehr als einem Jahr eingereicht habe, schlägt jedoch schnelles Handeln vor und will finanzielle Anreize zur Schaffung von Praktikumsplätzen für Studentinnen und Studenten in Hausarztpraxen mit einem Beschäftigungsgrad von 50 bis 100 Prozent geben. Tatsache ist, dass heute 7 von 10 Medizinstudierenden Frauen sind und viele von ihnen später einmal Teilzeit arbeiten möchten. Oft machen sie bereits heute kein Praktikum in der Hausarztmedizin, weil die verfügbaren Praktikumsplätze nicht ihren Anforderungen entsprechen – sei es wegen den Arbeitszeiten oder weil der Ort unpassend ist.

Der Bund muss aktiv werden

Die Kantone bemühen sich, entsprechende Praktikumsplätze in den Hausarztpraxen zu finanzieren. Aber wir müssen dabei noch weiter gehen und erreichen, dass Angebot und Nachfrage besser übereinstimmen. Die dafür nötige Gesamtschau hat nur der Bund: er kann handeln und die Koordination zwischen den Kantonen verbessern. Meine Motion verlangt vom Bund ausserdem, dass er Gemeinschaftspraxen schafft, um die Attraktivität eines Praktikums in Praxen im Vergleich zu Praktika im Spital zu erhöhen. Doch davon will der Bundesrat nichts wissen und hat in seiner Antwort zu Handen des Parlaments in Erinnerung gerufen, dass das Volk das Projekt Managed Care in der Volksabstimmung abgelehnt hat, die einen Monat nach der Einreichung meiner Motion stattfand. Trotzdem hat der Nationalrat in der aktuellen Session meiner Motion zugestimmt. Das ist ein gutes Zeichen und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

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