Die Bundestagswahl: Eine Prognose und ihre Folgen

Es ist 8 Uhr, die Wahllokale öffnen und das Volk hat die Chance mal wieder ihre Wut zu zeigen und was zu „verändern“.

CDU: 36%

Die Christdemokraten werden es wieder als stärkste Kraft in Deutschland schaffen, aber wie immer werden sie keine klare Mehrheit erreichen. Die Mehrheit ist in diesem Punkt egal, denn die 36% versprechen Machtsicherung in der Regierung und Merkel als Kanzlerin. Nach 18 Uhr wird dann die erste Rede gehalten von Angela Merkel, von neuen Jobs bis zur Rettung des Euro werden Parolen kommen, die so Aussagekräftig sind wie die Geschichten von Münchhausen. Vor allem frage ich mich: „Wie kann die Politik Jobs schaffen? Machen das nicht die Unternehmen?“

SPD: 22%

Bei der SPD reicht es trotz Mittelfinger-Peer zu 22 Prozent. Man wird mit der CDU koalieren, so wie man es eigentlich schon länger macht, denn seit 2009 war die FDP für die CDU nur Mittel zum Zweck und man ging mit der SPD auf Kuschelkurs. Die Koalition, die auch bereits von meinem Kollegen Marc Bettinger vorausgesagt wurde, ist so sicher wie das „Amen“ in der allseits beliebten Kirche. Für die Personalie Per Steinbrück wird es noch interessant, denn laut Aussagen will Per „Kanzler und nichts anderes“, aber um 18 Uhr wird Per wahrscheinlich auch Vize-Kanzlerin wollen, weil die Sucht nach Macht einfach zu groß sein wird.

AfD: 10%

Überraschung, Überraschung. Die Alternative für Deutschland, die eigentlich gar keine ist, wird sich im Bundestag wiederfinden. Die Partei von Bernd Lucke, der in vielen Kreisen als kluger Ökonom gilt (für mich nach dem Interview mit „Sons of Libertas“ als klassischer Politiker ohne Ahnung vom Geldsystem) wird die stärkste Kraft der Opposition. Damit hätte Lucke das Ziel erreicht, denn er ist im Bundestag und nach dem die Büros und Sitze besetzt sind werden sich auch die Versprechen der AfD sich in Luft auflösen, wie üblich. Die Frage: Was macht Joachim Starbatty, als Freund der Österreichischen Schule der Ökonomie dann?, wird für die Anhänger der Schule sehr interessant sein, denn im bereits angesprochenen Interview von Bernd Lucke zeigte Lucke keine Ahnung über Starbatty’s Ansichten.

Die Grünen: 8%

Für die selbsternannten Retter der Welt wird es dieses Mal ein kleines Debakel, das allerdings noch Glücklich endet. Der Skandal um die Legalisierung von gewaltfreiem Sex mit Kindern in den 1980er Jahren brachte zwar einen Stimmverlust, aber es reicht um die 5%-Hürde zu nehmen. Den Grünen wird es Recht sein sich in der Opposition wiederzufinden, denn damit ist es leichter die populistischen Reden im Bundestag zu schwingen, Menschen zu diffamieren und dafür nicht gerade stehen zu müssen. Um 18 Uhr wird eine kämpferische Rede von Jürgen Trittin zum Thema Energiewende und Gleichheit kommen, denn die CDU hat ja die Energiewende ja blockiert und den Ökowahn nicht mit genügend Subventionen ausgestattet.

Die Linke: 8%

Was soll man zur Linken noch sagen? Anstatt Trittin haben sie Gysi, die Farbe ist nicht Grün sondern Dunkelrot und die Linke hat keinen pädophilen Skandal. Die Linke hat aber noch sehr viel Geld aus der Kasse der 1990 aufgelösten SED. Das Geld hat Gysi mitgebracht, auf Nachfrage schweigt er oder fängt an den Fragensteller zu diffamieren. Auch Gysi wird wieder eine knallharte Rede halten, aber nicht wie Trittin zu Gleichheit und Energiewende sondern zum Mindestlohn und den bösen Millionären die noch gar nicht genug Steuern zahlen (Millionäre zahlen ca. 50% Steuern). Wenn man die perfekte Partei aus Ökowahn und dem damit verbundenen Sozialismus gründen wollen würde, dann aus Die Linke und den Grünen. Ein guter Name wäre SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands).

FDP: 5%

Die Pseudoliberalen um Philipp „Fipsi“ Rösler und Rainer Brüderle schaffen es doch noch. Mit mehr Glück als verstanden strampeln sich die noch Regierungspartner der CDU in den Bundestag. Einziger Hoffnungsschimmer aus dieser Partei ist Frank Schäffler. Er ist einer der wenigen noch wahrhaftig Liberalen in der FDP und hat die besten Chancen als Direktkandidat aus Herford. Schäffler machte seinen eigenen Wahlkampf und distanzierte sich somit vom Bundesvorstand der FDP und zeigte damit Haltung im Kampf gegen die Auflösung der liberalen Strukturen in der Partei. Nach 18 Uhr wird auch Rösler oder Brüderle ans Mikrofon treten. Bei Phillip Rösler darf man eine ruhige und ziemlich aussagelose Rede hören, bei Brüderle wird es von der Aussagekraft ähnlich wie bei Rösler sein nur schreit er seine Rede ins Mikrofon und sorgt für Gehörschaden bei der FDP.

Piraten: 2%

Vor einigen Jahren waren sie noch die Favoriten für den Einzug im Bundestag. Wie Ikarus flogen sie zu nah an die Sonne und stürzten ab. Die Sonne ist in diesem metaphorischen Beispiel nicht die Macht oder die großen Parteien, sondern die Augen der Menschen welche Bemerkten wie kopflos und sinnbefreit die Piraten eigentlich sind.

Sonstige: 9%

Der Tummelplatz für kleine Parteien ungültige Stimmen sind die Sonstigen. Wahrscheinlich wird sich die NPD mit den ungültigen Stimmen um den Sieg in dieser Liga der Nicht-Genannten „prügeln“.

Fazit:

Es ist wie es ist, es bleibt wie es bleibt. Die große Koalition wird kommen und eigentlich wissen wir es alle schon seit 2011. Die AfD wird am Ende ihr wahres Gesicht zeigen und ihre Wähler enttäuschen, die Grünen und die Linken werden wie immer alles bemängeln und die FDP, die wird weiter mit sich selbst kämpfen.

Christoph Frädrich, 1993, macht zurzeit sein Fachabitur in Wirtschaftsinformatik und ist Mitglied der libertären Partei «Partei der Vernunft». Als einer der seltenen norddeutschen Libertären ist er Gründer der Seite Liberty Mania. Dieser Artikel erschien auch in der «Zürcherin». Einem Online-Magazin mit einer klassisch liberalen, oder anders ausgedrückt, libertären Ausrichtung.

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