Wir bleiben dran

Ich war über Ostern an der Lenk und habe das letzte Aufbäumen des Winters genossen – das berühmte Lenker Fondue durfte natürlich nicht fehlen. Dabei konnte ich das geniale Angebot des Käsereiladens im Dorf entdecken: Für Einheimische oder Feriengäste, welche die Ladenöffnungszeiten verpassen, steht vor dem Geschäft ein Automat mit Milch, Joghurt und eben auch Fonduemischungen. Eine der letzteren haben wir gekauft und verzehrt.

Klar, der Automat sagt weder nett „Grüessech“ noch hat er mich betreffend die verschiedenen Käsemischungen beraten. Er ist somit nicht mehr und nicht weniger als ein willkommener Notnagel. Wer braucht also schon längere Öffnungszeiten? Alle! Das zumindest suggerieren die bürgerlichen Liberalisierungsturbos und reichen Vorstoss um Vorstoss ein, um den 24-Stunden-Arbeitstag einzuführen. Neuerdings sogar durch die Hintertür auf dem undemokratischen Verordnungsweg. Ich reibe mir die Augen. Haben sie verpasst, dass die SP zusammen mit der Sonntagsallianz in Rekordzeit das Tankstellenshops-Referendums gesammelt hat? Heute haben wir über 86'000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht.

Haben sie verpasst, dass die Basler Stimmberechtigten an der vergangenen Märzabstimmung eine Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten abgelehnt haben?

Haben sie übersehen, dass über 90% der Urnengänge zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten in der Vergangenheit ebenfalls gescheitert sind?

Wann begreifen sie, dass 24-Stunden-Shopping ein verheerendes Verlustgeschäft ist? Nämlich ein Verlust für die Wirtschaft, ein Verlust für die Arbeitnehmenden und ein Verlust an Lebensqualität für alle!

Vielleicht sollten sie mal an die Lenk und ein Fondue bezogen aus dem Automaten geniessen. Wenn das nicht hilft, müssen wir halt dranbleiben. Die Abstimmung über das Tankstellen-Shop-Referendum gewinnen wir und das nächste Referendum kommt bestimmt.

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