E-Voting ist zeitgemäss

Ich bin überzeugt, dass wir bei uns in der Schweiz schon in wenigen Jahren flächendeckend mit Hilfe des Internets abstimmen und wählen und dass die wenigen technischen und rechtlichen Hindernisse wie Verhinderung von Missbräuchen, elektronische Unterschrift) überwunden werden können. Dass wir heute noch nicht so weit sind liegt daran, dass die Lobby der entsprechenden Nutzniesser von vote éléctronique heute einfach noch zu wenig Potential hat. Die Nutzniesser werden die Kinder sein, welche mit den elektronischen Medien aufwachsen und zu diesen einen absolut unverkrampften Zugang haben. Meine Kinder, welche nicht mehr telefonieren, sondern via Skype, via What’s up via Facebook ihre Botschaften platzieren.

Nutzniesser wären aber die rund 150‘000 in einem Stimmrechtsregister eingetragenen Auslandschweizer. Sie könnten sich künftig ganz einfach elektronisch einloggen und ihre Stimme abgeben. Sie wissen, dass gerade diese Schweizer sehnsüchtig auf Fortschritte im Bereiche E-Voting warten.

Stellen Sie sich einmal die Möglichkeiten vor, welche ihnen E-Voting im Rahmen von Personenwahlen eröffnen. Ein Klick auf die Kandidatin und Sie erhalten Angaben über die Biografie, die politische Ausrichtung, u.v.a.m. Diese Möglichkeit eröffnet dem Anwender und auch den Kandidaten die volle Transparenz. Vielleicht kennen Sie Smartvote. Ich könnte mir vorstellen, dass die Listennamen direkt mit einem derartigen System verknüpft werden könnten. Ich begrüsse eine diese Entwicklung vorallem auch deshalb, weil die politischen Parteien nicht mehr die Akzeptanz haben, welche sie eigentlich aufgrund ihrer staatspolitischen Aufgaben haben sollten. Nur noch wenige WählerInnen sind bereit unveränderte Listen in die Urne zu werfen. Wählerinnen und Wähler wollen Köpfe und wollen v.a. wissen, wo die Kandidierenden sachpolitisch stehen. E-Voting ermöglicht es nach eigener Präferenz Kandidierende auszuwählen

Als eine gewählte Volksvertreterin frage ich mich natürlich, welche inhaltlichen Auswirkungen E-Voting auf Wahlen haben kann. Wählen Stimmberechtigte, welche elektronisch abstimmen anders als solche, welche herkömmlich ihre Stimme abgeben? Spricht E-Voting v.a. junge Leute an und wie wählen diese? Bei der Einführung der brieflichen Stimmabgabe hat man sich wohl die gleichen Fragen gestellt und wo stehen wir heute? Die Stimmbeteiligung hat erfreulich zugenommen und heute gehen nur noch ganz wenige Leute am Sonntag ins Wahlbüro um ihre Stimme abzugeben. Es ist zu hoffen, dass auch mit der Einführung von e-voting die Stimmbeteiligung steigt und vielleicht in ein paar Jahrzehnten nur noch ganz wenige Urgesteine brieflich stimmen.

Ich freue mich, dass die Bundeskanzlei Projekt vorantreibt und damit die vielen parlamentarischen Vorstösse umsetzt, welche überwiesen wurden. Diese zeitgemässe Möglichkeit die direktdemokratischen Rechte auszuüben kann dem Erfolgsmodell Schweiz nur dienen.

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