Ich verabschiede mich ohne Groll und in Dankbarkeit

Ich habe in all den Jah­ren viel ge­lernt mit mei­ner Ar­beit in den po­li­ti­schen Ver­ei­nen, habe viele Men­schen ken­nen ge­lernt und ich be­reue nichts! Aber die Zei­ten haben sich geändert und ich möchte nicht mehr in Struk­tu­ren po­li­ti­sie­ren, das heisst ich möchte mich, wenn ich Zeit, Kraft und Lust habe, für ein kon­kre­tes Thema ein­set­zen. Ob­wohl mir die Par­teien und Ver­eine viel ge­ge­ben ha­ben, er­scheint mir die Zeit ge­kom­men, mich struk­tur­los zu en­ga­gie­ren. Wol­len wir die Ver­eine er­hal­ten, müssen wir die Struk­tu­ren ra­di­kal ver­ein­fa­chen und alles viel kurz­fris­ti­ger und fle­xibler ma­chen. Ich sage nicht, dass es ein­fach sein wird, aber es wird not­wen­dig.
Ganz persönlich habe ich auch die Nase voll von der gefährlichen Ten­denz in der Ge­sell­schaft, in der uns die Gen­der­pro­fis und po­li­tisch Kor­rek­ten führen. Es herrscht die Ten­denz, dass Unanständigkeit kri­mi­na­li­siert wird. Ganz ab­ge­se­hen da­von, dass ich mir von die­sen schon fast religiösen fun­da­men­ta­lis­ti­​schen Grup­pen nicht vor­schrei­ben las­sen will wie ich zu reden und zu han­deln habe und dass vie­les, was diese als in­ak­zep­ta­bel be­trach­ten, weder ne­ga­tiv noch in­ak­zep­ta­bel ist, führt diese Ent­wick­lung zum Ge­sin­nungs­ter­ror übelster Mach­art. Von der Bücherverbrennung 1933 zur Zen­sur heute von Kinderbücher und Klas­si­ker wie Dante durch die po­li­tisch Kor­rek­ten führt nur ein gra­du­el­ler ganz schma­ler Grat. In einer sol­chen Ge­sell­schaft bin ich nicht mehr be­reit Ver­ant­wor­tung zu übernehmen. Hinzu kommt, dass un­sere Ge­sell­schaft und Jus­tiz keine Feh­ler mehr ak­zep­tiert (Aus­ser den Ei­ge­nen) und wenn ei­ner, der etwas or­ga­ni­siert, etwas falsch macht, wird er an­ge­klagt, ver­ur­teilt und ge­sell­schaft­lich rui­niert. Diese Ten­denz ist brandgefährlich und nur ver­meid­bar, wenn die Jus­tiz end­lich zu den­ken an­finge und nicht jeden Feh­ler als recht­lich re­le­vant be­trach­ten würde. Der Mensch ist nicht feh­ler­los und eine ab­so­lute Si­cher­heit gibt es nicht. Die heu­tige Ge­sell­schaft gibt mir kei­nen An­reiz mich wei­ter zu en­ga­gie­ren und das geht vie­len so: Ich poche auf meine Rech­te:

1) Ich habe das Recht Fehler zu machen!

2) Ich muss nicht immer anständig sein!

3) Ich will das Leben eigenverantwortlich geniessen und führen

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