Die gefährlich strahlende AKW-Ruine in Fukushima

In Zeiten von Liveticker und Statusmeldungen ist es zum Standard erwachsen, dass die mediale Halbwertszeit der Berichterstattung über Katastrophen immer kürzer wird, schliesslich steht das nächste Ereignis normalerweise schon vor der Tür. In der täglichen Informationsflut vergessen wir als Medienkonsumenten einzelne Vorkommnisse ganz schnell wieder. Deshalb ist es auch kaum verwunderlich, dass die Atomenergie zwei Jahre nach dem GAU in Fukushima sich wieder grösserer Zustimmung erfreut. Doch in Fukushima ist auch heute nichts in Ordnung, wie die neuesten Meldungen zeigen. Bei der Halbwertszeit der Strahlung und dem Ausmass der AKW-Katastrophe ist dies auch keine grosse Überraschung, auch wenn Tepco – als verantwortliche Betreiberin der Atomkraftwerke in Fukushima – weiterhin keine gute Figur macht. Wahrscheinlich wären sämtliche Staaten der Welt mit dem Problem überfordert, was ganz eindrücklich aufzeigt, dass der Mensch die Atomenergie nicht im Griff hat und jemals haben kann. Darum ist für mich die Frage nicht, ob wir die Energiewende durchziehen, sondern „nur“ noch wie schnell. Kein Strukturwandel ist schmerzfrei und gratis zu haben, doch als Kleinstaat ist die Schweiz – will sie in Zukunft weiterhin wettbewerbsfähig bleiben – auf Fortschritt und Wandel angewiesen. Die Energiewende ist ein riesiges Projekt und die Herausforderung in den kommenden Jahrzehnten. Mit Blick auf die Zustände in Fukushima aber lohnen sich die Anstrengungen aus der Atomenergie auszusteigen allemal. Gerade wenn wir an unsere nachfolgenden Generationen denken. Strahlender Sonnenschein ja aber keine strahlenden Atomruinen mehr.

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