Schweiz, bitte zum Diktat nach Amerika!

Der Chef ruft im Vorzimmer an und bestellt die Sekretärin in sein grosses Büro mit einem mächtigen Schreibstisch, um einen Brief zu diktieren. Nun vielleicht gibt es dies auch heute noch und irgendwie erinnert mich der Steuerdeal mit den USA an dieses Bild. Im Vorzimmer die Schweiz und im grossen Büro die USA, welche den Schweizern entsprechend die Bedingungen für das „Abkommen“ diktieren. Dieser Umstand müsste all jenen zu denken geben, die unsere volle Unabhängigkeit jeweils preisen. Notabene in einer vernetzten und globalen Welt mit einem Schweizer Exportanteil von über 50%. Deshalb haben weder die offizielle Schweiz noch all die vom US Diktat betroffenen CH Unternehmen auch gar keine grosse Wahl. Die Doppelmoral und die teils sehr komische Auslegung des Rechtsbegriffs in den USA lassen sich zurecht kritisieren, aber führen zu keiner vernünftigen Lösung. Die Schweiz konnte bei dieser Ausgangslage gar nie auf Augenhöhe verhandeln, darum ist auch die Kritik an den verantwortlichen Personen müsig. Die Hauptverantwortung tragen sowieso jene Unternehmen, die den Schlamassel in den USA angerichtet haben. In jeder Krise bietet sich jeweils die Chance, aus den Fehlern zu lernen und dies ist das einzig Positive an der ganzen Geschichte. Als politisch kleines Land, welches auf gute Marktzugänge im Ausland angewiesen ist, muss die Schweiz unbedingt eine aktivere Rolle in internationalen Organisationen spielen. Nur globale Standards schaffen in einer globalen und vernetzten Welt mittel- bis langfristig Rechtssicherheit und einigermassen faire Handelsmöglichkeiten; vor allem für kleinere Staaten wie die Schweiz.

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