Unliberaler geht es wohl nicht

Ich bin am 28.08.2013 erschrocken, als ich in der Neuen Zürcher Zeitung einen von Schwerstbewaffneten Polizisten bewachten Transportzug (Liebevoll Extrazug genannt) für Fans sah. Ich dachte solche Bilder seien seit rund 70 Jahren nicht mehr Bestandteil unserer Zivilisation, dann kam mir in den Sinn, dass unsere Vereine und Polizeikorps sich von 300-400 Idioten terrorisieren lassen ( Die Statistik der Hooligan-Datei ist völlig aufgeblasen und trifft hinten und vorne nicht zu!). Tatsache ist, dass von 4.5 Millionen Besuchern nur ein absoluter kleiner Teil randaliert. Da die Vereine und der Staat nicht in der Lage sind dieses Problem zu lösen greift der Staat zum Werkzeug der Sippenhaftung. Auch das war Bestandteil eines Regimes, welches wir in einem modernen Rechtstaat eigentlich hätten überwinden müssen. Dass die einstmals liberale FDP diesem zustimmt macht mich traurig. Mit Liberalismus hat dieses Konkordat nicht das Geringste zu tun. Es sollte doch zu denken geben, dass die Partei, die sonst mit ihrer Sicherheitshysterie die Wähler fängt, wie der Rattenfänger von Hameln, (die SVP) gegen das Konkordat ist. Das Konkordat ist ein Zeichen des völligen Versagens des Staates und der Vereine.
Natürlich kann man jetzt mit dem Argument kommen, dass wir aus freundeidgenössischen Gründen, ja sagen sollten. Da stellen sich für mich ein paar Fragen: Sind die anderen Kantone nicht selber schuld. Wenn sie es nicht im Griff haben? Und genügt es nicht, wenn wir mit dem Finanzausgleich Luxusprojekte in der ganzen Schweiz finanzieren? Nehmen andere Kantone Rücksicht auf Zug, wenn sie Steuerdumping mit unseren Geldern finanzieren und ist es freudeidgenössisch, wenn Luzern 5 Millionen in eine völlig überflüssige Wirtschaftsfakultät verlocht? Zug springt ja ein, wenn kein Geld mehr da ist!

Michel Ebinger
Rotkreuz

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