Die Wehrpflicht versetzt den demokratischen Staat in die Lage, bei jeder akuten Notlage, schnell und unkompliziert Personal zur Bewältigung aufzubieten.

Wehrpflicht erhöht die nationale Handlungsfähigkeit?!
In der Schweiz ist die Debatte zur Wehrpflicht derzeit in vollem Gange. Aktuell unterliegen junge Männer zwischen 18 und 34 Jahren nach wie vor der Dienstpflicht und werden zu einer Grundausbildung und jährlichen Wiederholungskursen aufgeboten. Wobei hierbei die Verweigerung aus Gewissensgründen und das Leisten eines Ersatzdienstes weiterhin möglich sind und auch immer häufiger genutzt wird. Die Alternative zur Wehrpflicht ist wäre die Einführung einer Berufsarmee?!. Dabei muss jedoch das militärische Personal auf dem Arbeitsmarkt angeworben werden und das «Berufsbild Soldat» zwingend mit anderen Karriere Möglichkeiten konkurrieren. Die Erfahrung zeigt, dass in Ländern mit Berufsarmeen meist diejenigen den Dienst an der Waffe leisten, bei denen andere zivilberufliche Optionen nur noch sehr begrenzt vorhanden sind. Nebenbei sei erwähnt: Schon allein aus der Tatsache, dass gerade weil die Schweiz kein NATO-Bündnispartner ist, sie dem allgemeinen Trend zur Abrüstung nicht folgen sollte! Denn was die Zukunft bringt wissen auch die GsoA Fans NICHT wirklich!
Zum Thema: Ist die Wehrpflicht teurer als eine Freiwilligenarmee?
Dass eine Freiwilligenarmee aufgrund der kleineren Zahl an Soldaten weniger kostet als eine Berufsarmee, haben die Erfahrungen anderer Staaten in Europa definitiv wiederlegt. Denn die dann anfallende Notwendigkeit, die finanzielle Attraktivität des Soldatenberufs massiv zu steigern, schlägt extrem zu Buche. Während Deutschland, als es noch die Wehrpflicht hatte, 26'800 Euro pro Soldat und Jahr aufwandte, zahlte Frankreich, seit 2001 mit Berufsarmee, pro Kopf 32'900 Euro und die Niederlande, Freiwilligenheer seit 1996, sogar 57'300 Euro pro Kopf. Jährliche Mehrkosten zwischen einer und knapp acht Milliarden Euro wären nach dieser Berechnung die Folge.
Spanien, seit 2002 ohne Wehrpflicht, ist aus Mangel an geeigneten Bewerbern sogar so weit gegangen, Bürgern ehemaliger Kolonialstaaten bei der Verpflichtung zum Dienst in Heer, Luftwaffe und Marine die spanische Staatsbürgerschaft in Aussicht zu stellen!
Ist die Wehrpflicht „nur“ reine Zeitverschwendung?!
Die Erkenntnis, dass man die für Grundausbildung und militärische Lehrgänge aufgewendete Zeit auch anders einsetzen könnte, lässt sich kaum widerlegen und entspricht dem Zeitgeist von vielen „Warmduschern“. Weil sie u.a. einem persönlichen Einsatz für ein abstraktes Allgemeingut wie die «Sicherheit» "da Uncool" nichts abgewinnen können! Nicht desto trotz sind aber genau diejenigen während des Militärdienstes bzw. Grundwehrdienstes vermittelten Fähigkeiten und Erfahrungswerte, die in Schweizer Unternehmen immer noch über einen hohen Stellenwert verfügen., Denn sie versprechen nach wie vor Belastbarkeit, Disziplin, Teamfähigkeit, Führungserfahrung und die Fähigkeit, sich schnell in einem neuen Umfeld zu behaupten. Zwar sind „offiziell“ diejenigen Zeiten vorbei, in denen Personalverantwortliche (HR) eine vorangegangene Ausbildung zum (Unter)Offizier als Voraussetzung betrachten um in eine Funktion als Vorgesetzter oder gar als Direktionsmitglied Unternehmens überhaupt in Betracht gezogen zu werden. Doch in Zeiten, in denen „Soft Skills“ für die berufliche Qualifikation erneut von zunehmender Bedeutung ist, könnte auch die Bewertung des Wehrdienstes eine höchst entscheidende Aufwertung erfahren. Ausserdem ist es ein nicht zu Unterschätzender Vorteil, wenn dieses mächtige exekutiv Organ Milizmilitär weiterhin vom «Querschnitt» der Gesellschaft gebildet wird, insbesondere weil, das Militär auch künftig immer mehr zur Innern Sicherheit eingesetzt werden wird.
Die Wehrpflicht versetzt den demokratischen Staat in die Lage, bei einer akuten Bedrohung oder Notlage, schnell und unkompliziert Personal zur Bewältigung aufzubieten. Die Möglichkeit, im Ausnahmefall auch auf Reservisten, also Soldaten, die derzeit nicht im aktiven Dienst stehen, zurückzugreifen, hat zur Folge, dass der Staat als Organ nach innen wie nach aussen viel handlungsfähiger ist. Umgekehrt wird eine Abschaffung der Wehrpflicht auch nur von denjenigen gefordert (GsoA und Konsorten), die sich in möglichst vielen Gebieten nur einen schwachen Schweizer Staat wünschen.

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