Ohne Dings kein Bums? (Seldwyla 2)

Seit gestern ist er nun also in Betrieb, der neue Strichplatz der Stadt Zürich.

Seinerzeit hatte ich dazu Nein gesagt. Nicht nur wegen der Millionenkosten für eine im Endeffekt etwas bessere Autowaschanlage, sondern weil ich doch Zweifel an der Sache hatte.

Nun, es geht um das älteste Gewerbe der Welt. OK, meine Moralvorstellungen sollten da aussen vor bleiben. Das Ganze ist eine Realität. Aber eben, wie kam es überhaupt zu dieser Idee von einem Strichplatz? War es nicht so, dass plötzlich "Ich-AG's" aus Ungarn den "Markt" am Sihlquai fluteten? Was macht denn eine minderjährige Drogenprostituierte Roma aus Ungarn anders als die Personenfreizügigkeit nutzen, wie sie ja gedacht ist? Wenn sich die einheimische Nutten beschweren, dass am Sihlquai schon für 20 Franken ohne Gummi geblasen wird, was genau ist denn das Problem? Die Personenfreizügigkeit hat ja eben zum Ziel, dass überall gearbeitet werden kann, ergo sinkt der Preis für eine Dienstleistung auf das Niveau von Bulgarien oder Rumänien, ist doch logisch. Sehen wir in anderen Bereichen ja auch, ohne dass dies den Staat oder die Stadt kümmert.

Ich schweiffe ab. Mein Titel lautet "Ohne Dings kein Bums" Bis anhin bestand das Ding aus Gummi. Heute ist zumindest auf dem Platz Zürich mit "Dings" ein Auto gemeint. Kein Velo, keine Schuhe, kein Motorrad und ja, im Auto darf nur eine(r) sitzen, was Taxis von vornerein ausschliesst.

Liebe Stadt Zürich, ich sollte Euch ja dankbar sein, dass Ihr auch mal was für die bösen Autofahrer tut. Aber so war das nun auch nicht gemeint. Was ist mit den Freiern die ohne Auto unterwegs sind? Oder sind Autofahrer per se einfach notgeil?

Egal, für mich war die Situation am Sihlquai unhaltbar für die betroffenen Frauen und ja, ich denke die Situation wird an diesem Depotweg nicht viel besser sein, auch wenn Autofahrer die anständigeren Freier sein mögen. Für mich ist dieser sogenannte Strichplatz ein Skandal. Er "normalisiert" und "legitimisiert" eine Situation, wo die Frauen nur die Opfer sein können. Im Gegensatz zu offiziellen Bordellen. Aber eben, vielleicht ist das nur mein Eindruck.

Ich finde das Thema "käufliche Liebe" generell spannend. Manche Staaten haben die Prostitution gänzlich verboten (Schweden). Ist das die Lösung? Wohl eher nicht?

Auf der anderen Seite besteht ja eine Nachfrage nach solchen Dienstleistungen. Worum geht es da? Ist das normal? Was denkt Ihr darüber?

(Leihe gegen eine geringe Gebühr gerne mein Auto aus. Die Bedingung ist, dass keine Flecken auf dem Polster zurückbleiben) ;-)

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