Das grosse Sparen von Bern

Bald schon sitzen die Mitglieder des Grossen Rates von Bern wieder zusammen und beraten wie 400 Millionen Franken gespart werden können.
Schon alleine die Zahl ist beachtlich, die Folgen können drastisch sein.

Bildung:
Bereits heute haben die Schulen des Kanton Bern im Vergleich mit anderen Kantonen eine geringere Anzahl Lektionen. Das heisst, bereits heute erhalten unsere Kinder ein abgespecktes Bildungsangebot in der Grundschule. Mit den Sparmassnahmen soll jedoch auch dort noch einmal gespart werden.
Also Sparen auf Kosten der Bildung und auf Kosten der Zukunft der nächsten Generation.
Klar sparen wir bei den Kindern, die wehren sich ja nicht.
Ist diese Haltung nicht etwas kurzsichtig?

Gesundheit:
Auch in diesem Bereich soll der Sparhebel noch mal angezogen werden. Weniger Beiträge an Alterspflegeheime und die Spitex sind vorgesehen.
Klar, die Alten brauchen ja nicht mehr soviel.
Ist das der Dank für die geleistete Arbeit der früheren Generation?
Dazu noch ein Fallbeispiel:

  • Marta M., 80 Jahre, lebt alleine und hat sich die Hüfte gebrochen. Seit einiger Zeit lief es Zuhause nicht mehr optimal. Sie konnte sich nur noch knapp selbständig versorgen. Nun wurde sie im Spital in Burgdorf operiert und könnte eigentlich zur Übergangspflege in ein Alterspflegeheim übertreten.

Dies ist sowohl im Sinne der Patientin als auch des Spitals, welches wegen der DRG's nur noch einen fixen Betrag für die Behandlung erhält.
Nun konnte jedoch die Kapazität des Alterspflegeheimes wegen der Sparmassnahmen nicht durch bauliche Massnahmen erhöht werden.
Also muss Marta M. noch weitere Tage im Spital bleiben. Dies verursacht Mehrkosten für das Spital.
Diese müssen nun von der öffentlichen Hand getragen werden. -
Dies ist nur ein einfaches Beispiel, soll aber zeigen, dass solche Sparübungen immer auch ein Nachspiel haben. Und wer weiss, vielleicht sind die Nachwirkungen teurer als wenn man etwas weniger gespart hätte.

Die Liste der Bereiche könnte hier weitergeführt werden, aber der Effekt ist der gleiche. Wo gespart werden muss wird es teils sehr weh tun, soweit ist der Kanton Bern jetzt.
Wer sich nun beklagen will über die Situation, darf sich auch erst Fragen was sie oder er denn bei der Abstimmung zu den Motorfahrzeugsteuern in die Urne gelegt hat.
Sicher, dies macht "nur" 100 Millionen aus, aber mit 100 Millionen könnte man schon einiges erreichen bei Bildung, Gesundheit, Sicherheit, und so weiter.

Dieses Sparen von Bern ist die Quittung für die bürgerliche Politik im Grossen Rat von Bern.
Und, gefällt Ihnen was unter dem Strich steht?

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