CIA - eine Ansammlung von Pleiten, Fehlschlägen und purer Unfähigkeit

Keine Frage, der US-Geheimdienst verfügt über technisch brillantes Personal, einer Unmenge Geld, politische Unterstützung und über die beste Spionagetechnologie. Trotzdem agiert der US-Geheimdienst seit mehr als 65 Jahren lausig, dilettantisch und unfähig. Sie denken, ich übertreibe? Tim Weiner arbeitete die Akten der veröffentlichen CIA Unterlagen auf und publizierte in seinem Buch CIA: Die ganze Geschichte eine Serie von Pleiten, Patzern und schlimmen Fehlern, die man nicht glauben würde. Dabei ist Tim Weiner kein Gegner von Geheimdiensten, im Gegenteil, er möchte sie "nur verbessern".

Wer sein Buch liest, muss sich zwangsläufig fragen, warum sollte man Geheimdienste verbessern? Unterm Strich sind Geheimdienste eine Verschwendung von Steuergeldern, sie missbrauchen das Vertrauen der Bevölkerung und schützen sie uns kaum vor Terror. Eher sollte man sie abschaffen. Die eher lustigen Episoden in seinem Buch sind, wenn man erfährt, wie die CIA in den 60er eine Geheimarmee in China finanzierte und sich dann herausstellte, dass ein cleverer Betrüger die CIA an der Nase herumführte und das Geld in seine eigene Tasche steckte. Tragisch ist es dagegen, wenn die CIA Menschen aus lauter Unfähigkeit in den Tod schickt. So sass die CIA kurz nach ihrer Gründung einem Doppelagenten in Italien auf und verriet ihm regelmässig, wann und wo hinter dem Eisernen Vorhang Geldpakete für die eigenen Agenten aus dem Flugzeug abgeworfen werden. Die Sowjets mussten nur noch in der Nähe warten, die US-Agenten erwischen, umlegen und die Devisen mitnehmen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Geheimdienstmitarbeiter zur Paranoia und Übertreibung neigen. Manchmal übertreiben sie, um ihr Budget zu vergrössern, manchmal um mehr Befugnisse zu erhalten, manchmal um sich wichtig zu machen und manchmal glauben sie vor lauter Feind und bösen Absichten an ihre eigenen Berichte. So schätzte der CIA am Anfang des Wettrüstens mit der UdSSR, dass die Sowjets über 500 Atomraketen besitzen. Was zu einem der grössten Wettrüsten der Geschichte der Menschheit führte. Eine Geldverschwendung sondergleichen. In Tat und Wahrheit verfügten die Sowjets gerade einmal über vier Langstreckenraketen.

Solche Fehlschläge hielten die CIA nicht davon ab, Anschläge zu vollführen, Kriege anzuzetteln und sich mit anderen Geheimdiensten zusammen zu tun, um folgeschwere Fehler zu begehen. Wenn wir heute den Iran als Problemfall ansehen, liegt dies vor allem in der Verantwortung des MI-6 und der CIA. Der Sturz einer demokratisch gewählten Regierung produzierte auf lange Sicht mehr “Terroristen” als je Anschläge verhindert werden konnte.

Aber die CIA handelte nicht nur falsch, sie war auch oft blind. Den Zusammenfall der UdSSR sah man nicht im geringsten voraus. Man erfuhr im TV vom Mauerfall. Als sich kurz darauf ranghohe Teilnehmer aus beiden Seiten der Kubakrise im privaten trafen, stellten die Sowjets und Amerikaner fest, dass sie viel näher am 3. Weltkrieg dran waren, als beide Seiten je dachten. Die Amerikaner hatten keine Ahnung, dass in Kuba nicht nur Raketen der Sowjets stationiert waren, sondern auch 40’000 eigene Soldaten und 250’000 Mann aus Kuba und die Streikkräfte waren autorisiert, Nuklearwaffen einzusetzen, von denen einige bereits aktiviert waren. Robert McNamara sagte dazu: “Wenn die USA tatsächlich in Kuba einmarschiert wären, wenn die Nuklearwaffen nicht abgezogen worden wären, wäre dies mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit der Beginn eines Nuklearkriegs gewesen.”

Unterm Strich, wenn man die Geheimdienste nicht braucht, bauen sie Mist und wenn man sie braucht, haben sie keinen Plan.

Sie meinen, dies sei heute besser? Fragen Sie Colin Powell, was er heute zu seinem Auftritt vor der UNO sagt. Die CIA hat ihm massiv übertriebene “Fakten” zugespielt, die kurz darauf zum Krieg gegen den Irak führten und 100’000 Menschen schweres Leid zufügte - ohne, dass man auch nur eine Massenvernichtungswaffe fand.

Geheimdienste besitzen zwar immer bessere und raffiniertere Technologie, aber sie handeln auch heute noch völlig unfähig. Es gibt das Sprichwort: A fool with a tool is still a fool. Und so ist es scheinbar über die ganze Welt verteilt. Geheimdienste, ob CIA, NSA oder der Schweizer Geheimdienst versagen regelmässig. Snowdon war offensichtlich in der Lage, höchst vertrauliche Daten mitgehen zu lassen. So wie in der Schweiz, in der ein Mitarbeiter Festplatten mit Geheimdaten ohne Probleme mitlaufen lies.

Und diese Geheimdienste malen täglich neue Schreckenszenarien an die Wand, weshalb sie noch mehr Geld, noch mehr Befugnisse und noch mehr Möglichkeiten brauchen.

An dieser Stelle sollten wir Stopp sagen. Ich kann nachvollziehen, so wie wir manchmal etwas zu locker mit den Risiken umgehen, sehen Geheimdienstler ihre Welt viel zu dunkel, übertrieben und fernab der Realität. Geheimdienstler muss man vor sich selbst schützen, sonst verfallen sie in Paranoia.

Darum sollten auch wir in der Schweiz nein zum Überwachungsstaat sagen. Ob beim BÜPF oder bei der kommenden Revision des Nachrichtendienstgesetzes. Unsere Schweizer Schlapphüte möchten nämlich gleich lange Spiesse wie die Amerikaner haben. Fragt sich nur, warum wir auch Geld sinnlos zum Fenster hinauswerfen sollten.

Weitere Links:
US-Auslandgehiemdienst im Pensionsalter
Die schlimmen Pleiten und Patzer der CIA

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