Recht ist nicht bürokratische Anwendung nach Schema F

Je länger je mehr muss ich an unsere Justiz zweifeln und frage mich, ob die Staatsanwälte und Bundesrichter überhaupt wissen, was sie mit ihren Entscheiden im Elfenbeinturm anrichten. Mir deucht statt nach Recht zu suchen, werden nur Paragrafen nach Schema F in rein bürokratischer Art angewendet. Wahrscheinlich lernt man dies in unserem Bologna-System, einem System in dem den Studenten keine Zeit zugestanden wird sich wirklich grundlegend mit dem Thema zu beschäftigen einer verunglückten Reform, die dazu führte, dass aus Universitäten schlechte Schulen wurden. Die Prüfungen besteht man nur, wenn man auswendig lernt, verstehen muss man es nicht, was man lernt. Warum ich dies schreibe? Wegen zwei haarsträubenden Urteilen in Lausanne und Zug . In Lausanne wurde ein Ambulanzfahrer verurteilt, der scheinbar unvorsichtig war und in Zug ein Opfer welches sich wehrte statt sich totschlagen zu lassen. Beide Urteile sind sehr ähnlich. In beiden überlegten sich die Richter nicht, welche gesellschaftlichen Auswirkungen ihre Entscheide am Bürotisch haben. Beide Entscheide zeigen, dass es besser ist sich nicht für die Gesellschaft ein zu setzten, den am Schluss ist man selber das Opfer. Zudem zeigen beide Entscheide, das die Richter von fehlerlosen Menschen ausgehen, welche bei Notsituationen ganz genau wissen, was richtig und falsch ist. Mich nähme wunder, ob die sogenannten Rechtsprofessoren und –Experten wissen, wenn zwei Typen auf sie eindreschen was das mildeste Mittel ist. Das sind Entscheide die völlig realitätsfremd sind. Würden die Bundesrichter und die Zuger Staatsanwälte ihre Entscheide unter dem Druck fällen müssen, dem der Zusammengeschlagene und der Ambulanzfahrer unterstanden, würden sie wohl kein einziges einigermassen vernünftiges Urteil zusammen bringen und um den Bogen zu Bologna zu schliessen: Würden wir wieder eine richtige Akademische Ausbildung haben, wüsste die Justiz, welche Werkzeuge das Recht bietet, um solche Gesellschaftsschädlichen Urteile zu verhindern. Aber eben heute lernt man an den UNIS nur noch auswendig und wundert sich dann, wenn im Volk der Respekt vor Recht und Gesetz verloren geht oder der Fremdenhass steigt. Übrigens, ich würde der Polizei empfehlen, wenn sie einen Mörder überraschen und ihn verfolgen beim Rotlicht an zuhalten, denn wenn etwas passiert sind sie die Schuldigen!

Michel Ebinger
Rotkreuz

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