Reparieren statt wegwerfen; warum ich die Armeeabschaffungsinitiative ablehne und wie eine Allgemeine Dienstpflicht die Armee retten kann.

TL;DR:
Ich halte ein Scheitern der Armeeabschaffungsinitiative für sehr wahrscheinlich. Und falls sie scheitert, reut es micht nicht, da ich Militär- und Zivildienst für wichtige integrative Elemente unserer Gesellschaft halte. Da aber die Akzeptanz für eine Abschaffung der Milizarmee wächst, sehe ich diese Element gefährdet. Eine Neugestaltung des Dienstes zu einer Allgemeinen Dienstpflicht scheint mir die beste Lösung. Ich suche Leute, die ebenfalls auf eine Allgemeine Dienstpflicht hinzuarbeiten und bitte sie, mich zu kontaktieren.

Im Detail;
Wenn am 24. November 2012 die zweite Armeeabschaffungsinitiative der GSoA scheitern wird, dann liegt das an der Überzeugung der Schweizer Bevölkerung, dass die Armee doch einen Nutzen hat. Und einer dieser Nutzen ist nicht zuletzt die wichtige Rolle spielen, welche die Armee beim Katastrophenschutz spielt. Krieg mag in Europa unwahrscheinlich geworden sein, doch Umweltkatastrophen sind nicht von der Politik abhängig und können jederzeit auftreten.

Doch die Akzeptanz für die Aufhebung der Wehrpflicht seit Jahren im Steigen und die nächste Initiative der GSoA - in zehn bis zwölf Jahren, vielleicht schon früher - könnte Erfolg haben und eine Schweiz ohne Militzarmee bringen. Eine Berufsarmee wäre die wahrscheinliche Folge.

Obwohl ich keinen Militärdienst geleistet habe, stelle ich die Berechtigung des Militärdienstes nicht in Frage. Es ist meine Überzeugung, dass sich die Pflichten des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft nicht mit dem Bezahlen der Steuern erfüllt haben; es ist ebenso unsere Pflicht, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und zu ihrem Aufrechterhalt beizutragen. Als es also darum ging, meinen Dienst an der Gesellschaft zu tun und ich aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten konnte, bot man mir die Möglichkeit an, dies im Zivildienst zu tun. Eine Möglichkeit, welche ich gerne wahrnahm.

Eine Abschaffung der Militärdienstpflicht würde auch eine Abschaffung des Zivildienstes mit sich ziehen. In meinen Augen wäre dies höchst bedauernswert, da der Dienst an der Gesellschaft - ob in Zivil oder Uniform - ist eine Chance ist, den eigenen Horizont zu erweitern, einen neuen Blick auf unsere Gesellschaft zu werfen und einen kleinen Beitrag zu ihrem Erhalt beizutragen, egal ob zu Notzeiten oder im Alltag.

Die Themen Militär und Militärdienst werden vorerst nicht zur Ruhe kommen, wie die Diskussionen der letzten Jahre gezeigt haben. Der Status Quo ist für einen grossen Teil der Bevölkerung nicht mehr zufriedenstellend.

Eine Abschaffung der Milizarmee wäre aber tragisch, da sie - auch bei Beibehaltung der Berufsarmee - den Katastrophenschutz beeinträchtigen würde und mit dem Zivildienst eine wichtige und integrative Stütze für soziale, ökologische und kultureller Gesellschaftsaspekte wegfallen würde. Eine Neugestaltung der Dienstpflicht wäre auf jeden Fall vorzuziehen.

Eine solche Neugestaltung ist die Allgemeine Dienstpflicht, oder der Gesellschaftsdienst. Jeder Schweizer (und auch jeder Schweizerin) wird zu Gesellschaftsdienst verpflichtet. Dieser kann wahlfrei im Zivilen oder bei der Armee wahrgenommen werden.

Da mit der Gleichstellung von Zivil- und Militärdienst nur aktuellen Praktien Rechnung getragen wird, hat dies keinen negativen Einfluss auf den Rekrutierungspool der Armee. Wer nicht Militärdienst tun will, kann dies durch die Gewissensfrage oder durch Untauglichkeit erreichen. In der Tat finden sich schon heute nur 35% eines Dienstjahrganges im zweiten WK wieder. Der Rest ist untauglich oder fallen durch Rückstellung oder Wechsel in den Zivildienst weg.

Durch die Dienstpflicht für Frauen würde der Rekrutierungspool für die Armee hingegen sogar erhöht. Auch hätten Frauen endlich die Möglichkeit, Zivildienst zu leisten. Etwas, was nach heutigem Recht nicht möglich ist.

Falls Du, Leser, dir ebenfalls eine Neugestaltung der Wehrdienstpflicht zu einer Allgemeinen Dienstpflicht vorstellen kannst, darauf hinarbeiten möchtest oder vielleicht schon daraufhin zu arbeitest, so biite ich Dich, mich zu kontaktieren. VIelleicht kann man sich unterstützen.

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