1:12 Ja aber.....

Als Gewerkschaftssekretär sollte man meinen, dass ich die 1:12 Initiative vollumfänglich unterstützen würde. Nun vorab, ich werde ein "Ja" in die Urne werfen. Doch dieses "Ja" wird von einem starken "aber" begleitet sein. Lassen Sie mich Ihnen aus meiner Sicht versuchen zu erklären, was ich damit meine. Die 1:12 Initiative zielt grundsätzlich am Ziel vorbei. Gute Leistung sollte honoriert werden und selbst ich als Gewerkschafter bin der Meinung, das Löhne gegen Oben nicht um jeden Preis reguliert werden sollten. Wenn die Befürworter von Herr Vasella befinden, er hätte einen guten Job gemacht, dann mag das an den Zahlen und dem Erfolg vordergründig wohl stimmen. Dass dieser Erfolg mit Preisabsprachen sowie mit fragwürdigen Patentregelungen Millionen Menschen wegen zu teuren Medikamenten das Leben kostet, wenn dieser Erfolg Mitschuld an unseren explodierenden Krankenkassenprämien ist, dann soll doch Herr Vasella Abends wenn er sein Spiegelbild betrachtet in seiner inneren Zufriedenheit versinken. Ich könnte es an seiner Stelle nicht. Doch seien wir uns bewusst, dass die Schweizer Manager nicht nur aus Vasellas bestehen. Das Problem ist nicht, dass ein paar wenige überbezahlte Manger zu viel verdienen. Das Problem ist, das 30-40% der Schweizer Bevölkerung zu wenig verdienen. Diese Working Poors mit gesalzen mit vielen Wutbürgern, verhelfen der Initiative zum Aufschwung. Nicht die Managerlöhne müssen gekürzt werden. Regulieren wir endlich die Löhne in den Tieflohnbranchen durch nationale allgemeinverbindliche Gesammtarbeitsverträge die auf die regionalen Begebenheiten Rücksicht nehmen können. Dann wäre auch die Mindestlohninitiative schon fast vom Tisch. Somit wissen Sie jetzt auch, was ich bei der Mindestlohninitiative stimmen werden. Ein "Ja"....aber.

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