Der Bildungsdschungel unbegrenzt und unübersichtlich

Ich habe einen Titel also bin ich? Wer sich heute die Weiterbildungslandschaft Schweiz anschaut, der kommt relativ schnell an die Grenzen der Übersichtlichkeit. Ein riesiges Angebot an Weiterbildungslehrgängen ist extrem schwierig vergleichbar. Qualitätsmerkmale sind Mangelware und dies bei unserem wichtigsten „Rohstoff“, um uns im globalisierten Konkurrenzkampf behaupten zu können. Die Wirren um das Plagiat von Doris Fiala sind „nur“ die Spitze des Eisberges. Heute geht es in erster Linie darum – dies ist zumindest mein Eindruck - sich möglichst mit vielen Titeln schmücken zu können. Derweil gerät die viel entscheidendere Frage, ob das erlernte Wissen überhaupt gewinnbringend in die Praxis transferiert werden kann, in den Hintergrund. Für die Anbieter von Weiterbildungen ist diese aufkommende Titelsammelleidenschaft natürlich lukrativ. Oft fällt heute das geflügelte Wort des lebenslangen Lernens, als ob dies in der Vergangenheit nicht der Fall war. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass wir heute einseitig Weiterbildungslehrgänge damit in Verbindung bringen. Auch ein privat gelesenes Buch kann im Übrigen dazu beitragen, mich weiterzuentwickeln. Dafür kriege ich blöderweise aber keinen Titel. Glücklicherweise wird der gesunde Menschenverstand ebenfalls noch nicht mit Diplomen zertifiziert.

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