1.-August-Rede des Bundespräsidenten an die Auslandschweizer. Noch nie hat ein Bundespräsident so wenig Text investiert. Frustrierend für uns Auslandschweizer!

Grussbotschaft von Bundespräsident Ueli Maurer
an die Adresse der AuslandschweizerInnen zum 1. August 2013

Bern, 1. August 2013

Liebe Auslandschweizerinnen, Liebe Auslandschweizer,

Heute ist erster August. Die Schweiz hat Geburtstag. Wir Schweizerinnen und Schweizer feiern zusammen unsere gemeinsame Heimat – wo auch immer auf der Welt Sie leben.
Ich möchte drei Punkte ansprechen, die das Verhältnis zwischen der Schweiz und Ihnen charakterisieren: Weltoffenheit, Wurzeln und den Wert der Heimat.
Die Schweiz war schon immer ein weltoffenes Land und die Schweizer waren und sind ein weltoffenes Volk.
Auch das Auswandern hat eine lange Tradition. In früheren Jahrhunderten wollten die Leute der Armut entkommen. In Süd- und Nordamerika tragen noch immer Ortschaften den Namen ihrer Schweizer Gründer.
Heute sind es eher der Wunsch nach neuen Erfahrungen oder die Job-Möglichkeiten der global vernetzten Schweizer Wirtschaft, die die Leute ins Ausland führen.
Diese traditionelle Weltoffenheit haben Sie zu Ihrem persönlichen Lebensstil gemacht: Sie haben die Schweiz verlassen, vielleicht nur für kürzere Zeit, vielleicht auch für immer.
Die Schweiz ist weit weg, geographisch, manchmal sicher auch gedanklich. >Trotzdem haben Sie der Schweiz nicht den Rücken gekehrt. Ihre Wurzeln haben Sie nicht vergessen.
Ich meine, das ist eine Erfolgsstrategie, für den einzelnen Menschen ebenso wie für das ganze Land: Die Augen offen haben, Neues lernen, global die Chancen nutzen, die sich bieten – aber gleichzeitig seine Wurzeln kennen und seine Wurzeln bewahren. Denn wer seine Wurzeln verliert oder verleugnet, der gibt sich letztlich selbst auf.

Damit komme ich zum dritten Punkt, zum Wert der Heimat:
Heimat ist dort, wo man seine Wurzeln hat. Wo Sie auch immer heute leben, Sie wissen, dass es einen Ort auf der Welt gibt, der für Sie immer ein Zuhause sein wird. Ein Ort, dem Sie verbunden sind, und wo auch wir Ihnen verbunden sind.
Das mach den Wert der Heimat aus: Sie können heimkehren, wann immer Sie wollen, und Sie sind willkommen. Denn Sie sind Teil unserer Gemeinschaft Schweiz. Wir teilen gemeinsame Ideale: Frieden, Freiheit, Rechtsstaat und direkte Demokratie.
Wir alle zusammen, wir sind dieses Land. Dazu gehören auch unsere Bürgerinnen und Bürger, die ausserhalb der Landesgrenzen leben.
Im Namen des Bundesrates grüsse ich alle Schweizerinnen und Schweizer überall auf der Welt.
Heute freuen wir uns zusammen, dass es auf der Welt ein kleines, aber freies Land gibt, das unsere Heimat ist!

Ich finde es schon beinahe beleidigend, dass ein Bundespräsident sich so wenig Zeit nimmt für uns Auslandschweizer und gerade mal 2/3 DIN-A4-Seite schreibt. Immerhin sind wir 750'000 Auslandschweizer, welche auch wählen können.

Heimat ist für die meisten Auslandschweizer das Land in dem sie wohnen, dort haben sie ihre festen Verankerungen. Sie indirekt aufzufordern, in die Schweiz zurückzukehren ist ein Affront.

Zudem ist die Botschaft so ideologisch behaftet, wie ich es noch nie von einem Bundespräsidenten oder einer Bundespräsidentin gehört habe.

Ich habe noch nie Bauchweh gehabt, eine Ansprache des/der Bundespräsidentin an uns Auslandschweizer bei unserer Bundesfeier abzuspielen. Diesmal schon. Ich werde es aber trotzdem machen, weil ich praktisch dazu verpflichtet bin.

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