Grüsse aus Seldwyla! Die Fehlkonstruktion "Blaue Zone" breitet sich aus.

Nun hat auch einer der letzten "weissen Flecken" um die Stadt Zürich eine eigene. Die Flughafengemeinde Opfikon hat seit ein paar Wochen eine blaue Zone... Unter Knurren des dortigen "Millionenhügels" und unter manch einer Einsprache wurde diese Art der "Parkplatzbewirtschaftung" nun auch in der Stadt Opfikon durchgeboxt. Treu einem alten SP-Postulat aus dem Jahre 2011 folgend. Man kann es dieser Gemeinde eigentlich nicht mal verdenken, so wurden öffentliche Gratisparkplätze je länger desto mehr von Flugreisenden aus der ganzen Schweiz missbraucht, die einerseits die guten Bus- und Tramverbindungen zum Flughafen und gleichzeitig die weitverbreiteten Gratisparkplätze zu schätzen wussten. Die Parkhäuser am Flughafen sind wohl einfach zu teuer (bald teurer als die Flüge);-)? Und da gibt es ja noch die Idee des Valet-Parkings; man nimmt gegen kleine Gebühr den Wagen des Flugreisenden am Flughafen entgegen und parkt diesen dann stinkfrech auf öffentlichen Grund in einer Flughafengemeinde. Sehr schlau sowas!

Nun, die Ursprungsidee der blauen Zone, sie leuchtet uns allen ein, nicht nur hier bei diesem etwas speziellen Beispiel. Aber eben, die Umsetzung resp. was das ganze bedeutet, es wurde einfach nicht durchdacht (bewusst nicht?)...

Also, ich zum Beispiel, ich wohne in einer der wenigen Gegenden der Stadt Zürich, wo seinerzeit in die Höhe gebaut wurde. Wenn man davon ausgeht, dass es in einem hier durchaus üblichen Block mit etwa 80 Parteien nur ein Auto pro Haushalt hat (vermutlich sind es deren zwei oder gar drei), dann reichen die uns hier zur Verfügung stehenden öffentlichen Plätze niemals. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass dies hier ein klares Arbeiterviertel ist, wo die Parkplätze nach sieben Uhr morgens bis ungefähr 16 Uhr leer stehen, danach aber ein regelrechtes Gerangel darum entsteht...? Tja, dann müsste diese Bewirtschaftung hier wohl eher in der Nacht stattfinden und nicht tagsüber. Nun denn, so oder so, es wird einem hier für 20 Franken im Monat etwas verkauft, was es faktisch gar nicht gibt, nämlich ein freier Parkplatz.

Gleichzeitig wurden z.Bsp. am Zürichberg und in Witikon genau das gleiche Regime eingeführt, obwohl dort ja alle ihre eigene Garage haben. Führt dazu, dass ehemalige Langzeitparkplätze jetzt "blau" sind, und den ganzen Tag leer stehen. Wahrlich, dort lohnt sich eine blaue Zonen Karte, ja man hat sogar die Wahl ob man nord- oder südwärts, mit oder ohne Schatten parkieren will, vor allem sind immer genügend Plätze frei. Moderne Zweiklassengesellschaft? Schliesslich darf ich ja mit meiner lausigen Schwamendingerkarte dort nicht parken (resp. nur 1,5 Std). Jaja, heisst ja eben auch Anwohnerkarte. Unnötig zu erwähnen, dass viele dieser Anwohnerkarten auf deutsche, ja gar russiche Kennzeichnen ausgestellt sind. Darf man ja nicht so eng sehen, oder? Anwohner ist ein dehnbarer Begriff.

Es mag wichtigere Probleme im Leben geben, schon klar.

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