Wir brauchen die Bienen und die Bienen brauchen uns

Bienen waren in der Sommersession 2013 ein Thema. Mit den Massnahmenpaketen wird die Forschung ausgeweitet und Pflanzenschutzmittel werden reduziert. Das Bienensterben hat verschiedene Ursachen. Die Varroamilben und durch sie übertragene Viren, Krankheiten wie Sauerbrut und Faulbrut sind unter anderem für viele Völkerverluste verantwortlich. Wie stark das Bienensterben auf Pflanzenschutzmittel zurückzuführen ist, kann mangels Forschungsergebnisse nicht genau gesagt werden. Klar ist, dass Insektizide auch giftig für Bienen sind, wenn sie nicht richtig eingesetzt werden.

Die Honigbiene lebt in einem Staat von ca. 15‘000 bis rund 40‘000 Bienen. Nicht alle Bienen in einem Volk fliegen zur selben Pflanzenart, zur selben Tracht. Zum Glück haben wir in der Schweiz keine Monokulturen wie andernorts. Einzelne oder auch hunderte vergiftete Bienen kann ein Bienenvolk kompensieren. Wenn die Bienenvölker im Vergiftungsfall nicht eingehen, so werden die Völker dennoch geschwächt. Schwache Völker wiederum sind anfälliger für andere Erkrankungen wie Sauerbrut oder Faulbrut. Der geschulte Imker eliminiert die schwachen Völker bevor sie zum Gesundheitsrisiko für seinen Stand werden. Sollte nämlich auf einem Stand, in einem Bienenhaus ein Faulbrutfall auftreten, werden alle Völker eliminiert. Statistisch gesehen Fallen diese Völkerverluste nicht unter die Rubrik Vergiftungen sondern Seuchenfälle. Dennoch kann die Ursache eine Vergiftung sein.
Die Honigbienen sind nicht die einzigen Bestäuber für unsere Landwirtschaft. Hummel und Wildbienen bestäuben ebenso, leben jedoch im Gegensatz zu Honigbienen in viel kleineren Völkern oder als Einzeltiere. Gerade weil sie in kleinen Völkern oder als Einzeltier leben, sind sie von den Insektiziden viel stärker betroffen als die Honigbienen.

Es kann gesagt werden, dass Pflanzenschutzmittel einen Einfluss auf das Bienensterben haben. Wie gross er ist, das ist dringend zu Erforschen. Denn – und da sind wir uns alle einig – die Honigbiene und deren Bestäubungswert ist für uns überlebenswichtig. Wenn Sie den Film "More than Honey" gesehen haben, wissen Sie was uns blüht, wenn es blüht, wenn wir keine Bienen und Bestäuberinsekten mehr haben.

Beschlossen wurden in der Sommersession 2013 vom Nationalrat nun zwei Motionen. Die Motion der UREK verlangt folgendes: Der Bundesrat wird damit beauftragt, die Forschung für eine nachhaltige Gesundheit der Bienen unter Berücksichtigung der bereits bestehenden Anstrengungen und Massnahmen voranzutreiben. Er definiert einen nationalen Bienen-Massnahmenplan. Ziel des Plans ist es, bis Ende 2015 die Ursachen des Bienensterbens wissenschaftlich genauer zu eruieren, geeignete Strategien zu entwickeln und nötige Massnahmen zu ergreifen. Dabei sind alle Aspekte, welche die Bienengesundheit beeinträchtigenden, angemessen zu berücksichtigen. Allfällige subletale Effekte von Pflanzenschutzmitteln sollen mit wissenschaftlichen Feldversuchen und unter Schweizer Anbaumethoden erforscht werden.

Die zweite beschlossene Motion der WBK verlangt folgendes:
Der Bundesrat wird beauftragt, ein Massnahmenpaket zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu beschliessen. Dieses muss dazu führen, dass die Risiken, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für die Umwelt und insbesondere die Bienen und andere Bestäuber entstehen, bis 2023 um einen zu bestimmenden Prozentsatz reduziert werden.

Eine weitergehende Motion der WBK, die zusätzliche Pestizide verbieten wollte, wurde abgelehnt.

Dennoch, mit den zwei beschlossenen Kommissionsmotionen wird die Situation für die Bienen verbessert und somit auch unsere Lebensgrundlage nachhaltig gestärkt. Als Imker werde ich die vorgenommenen Schritte verfolgen und überprüfen und gegebenenfalls weitere Massnahmen beantragen. Denn wie einleitend gesagt, ohne Bienen können wir nicht mehr Leben und die Biene kann im Moment ohne uns nicht mehr leben.

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