Die Lehrer laufen zur SVP über…

Manchmal findet der Zufall im Aargau statt: Am letzten Samstag tagte der Lehrerverband in Baden (AG) und in Würenlos (AG) rief die SVP zu ihrem Sonderparteitag zum Thema Volksschule und Berufswelt.

Die Bildung bewegt die Leute: Nicht nur die Eltern, Schüler und Lehrerschaft. Auch das Gewerbe, die KMU, die Lehrbetriebe melden sich zu Wort. Sie klagen über grosse Defizite bei den Schulabgängern. Namentlich bei den Grundlagenfächern hapert es: Lesen, Rechnen, Schreiben. Der Lehrlingsverantwortliche der Victorinox sagt, dass viele Lehrlinge scheitern bei Textrechnungen. Aus einem einfachen Grund: Sie verstehen die Aufgaben sprachlich nicht. Beim Prozentrechnen und Dreisatzrechnen sieht es ähnlich desolat aus.

Was ist zu tun? Die Volksschule sollte sich wieder mehr an den Bedürfnissen der Berufswelt ausrichten. Dazu muss der Lehrplan entrümpelt werden und die Grundlagenfächer gestärkt werden. Zwei Fremdsprachen in der Primarschule sind zu viel. Sie überfordern alle Beteiligten. Ganz ähnlich hat übrigens der Lehrerverband in Baden entschieden. Die Südostschweiz hat ihren Artikel über die beiden Bildungsveranstaltungen mit dem Titel überschrieben: "Die Lehrer laufen zur SVP über..."

Entscheidend ist aber nicht, wer zu wem überläuft. Wichtig ist, dass die Schule wieder ihren Kernaufgaben nachkommen kann: Damit die Schüler das nötige Rüstzeug bekommen, um eine Berufslehrer erfolgreich zu bestehen. Das heisst: weniger Reformitis und Firlefanz im Unterricht - und dafür mehr Rechnen, Lesen, Schreiben. Und üben, üben, üben... Denn Wissen, das nicht angewendet werden kann, ist nutzlos.

Peter Keller, Nationalrat Nidwalden

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