Orwells 1984 ist überall

Was treibt einen 29 Jährigen dazu, quasi von heute auf morgen sein Leben aufzugeben? Edward Snowden hat der Enthüllung über ein gross angelegtes US-Spionageprogramm ein Gesicht gegeben. Was auch immer in dazu gebracht hat, dieser Schritt war sehr mutig. Letztlich ist es gut zu wissen, dass die Wahrheit irgendwann über Verschleierungen, Geheimnisse und Lügen siegt. Als ich vor etwa 14 Jahren George Orwells 1984 über einen gnadenlosen und diktatorischen Überwachungsstaat gelesen hatte, war der Kalte Krieg schon einige Jahre offiziell vorbei, die Vision von Orwells Überwachungsstaat leben jedoch weiter. Der 11. September 2001 hat vor allem die amerikanische Regierung und in ihrem Schlepptau auch andere demokratische Regierungen veranlasst, die persönlichen Freiheiten zugunsten von Überwachung- und Sicherheitsmassnahmen zu beschneiden. Ein gesundes Misstrauen gegenüber jedem Staat ist daher mehr als angebracht, der Staat ist weder per se böse noch gut, aber hinter dem Staat stehen Menschen und deren Interessen. Natürlich ist es mit der zunehmenden Digitalisierung einfacher, für Staaten und auch Organisationen an persönliche Daten von Menschen heranzukommen, auf der anderen Seite wächst die Datenflut mehr und mehr an, was die effiziente Auswertung der Daten für Geheimdienste immer schwieriger macht. Bradley Birkenfeld hat als Whistleblower gegen die Schweizer Banken 100 Millionen Dollar in den USA zugesprochen erhalten, Edward Snowden dürfte etwa 100 Jahre Gefängnis erwarten, obwohl auch er ein Whistleblower ist, leider für ihn auf der „falschen“ Seite. Warum eigentlich sollte die Schweiz Edward Snowden nicht Asyl anbieten?

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