Streik ist kein Zufall!

Während manche von uns Studierenden noch Prüfungen oder Arbeiten schreiben, mit ihrem Job in den Semesterferien beginnen (bei mir gehts morgen los) und andere schon in der Sonne liegen dürfen, arbeiten die meisten Leute in der CH noch weiter.

Für eine Spar-Belegschaft ist die gegenwärtige Spar-Belegschaft eines Tankstellenshops in Baden-Dättwil ist die Situation noch ein grosses Stück unangenehmer. Montag vor einer Woche war ich vor Ort und sprach mit den Angestellten, die beschlossen hatten in den Streik zu treten. Bis zum heutigen Tage dauert der Streik an und wurde damit zum längsten Streik im Detailhandel in der Geschichte der Schweiz.

Die Anliegen der Angestellten mit denen ich sprach, leuchteten mir absolut ein: Genug Einkommen zum Leben bei 100% Arbeit, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal um die Belegschaft zu entlasten. Trotzdem war ich überrascht über den Mut, den diese Menschen an den Tag legten. Als ich heute einen Artikel bei Tagi.ch öffnete sah ich mich darin bestätigt, dass die Streikenden das richtige taten (http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Jede-siebte-arbeitstaetige-Person-erkrankt-an-einer-Depression/story/26883735). Prekäre Arbeitsbedingungen machen krank. Gerne hört man dann das erbärmliche Argument, die Leute sollen sich doch einfach eine andere Stelle suchen. Nur: Im gesamten Detailhandel sind ähnliche Bedingungen zu erleben. Ein Grossteil der Gewinnmarge bei SPAR z.B. wird darüber eingefahren, dass den Mitarbeitenden miserable Löhne ausbezahlt werden.

Ein solcher Fall ist der Schicht- und auch Lehrmeister, der im Spar Baden-Dättwil arbeitet und 3800.- im Monat verdient. Ein Hohn wenn man sich das Motto des Spar betrachtet: „**D**oor Eendrachtig Samenwerken Profiteren Allen Regelmatig“ (dt.: „Durch einträchtiges Zusammenwirken profitieren alle gleichermaßen“). In diesem Zusammenhang war ich dann auch recht positiv überrascht als ich gestern Abend las, dass der SPAR endlich bereit wäre mit den Streikenden Verhandlungen aufzunehmen. Als ich heute Mittag jedoch bei 20min.ch schaute, was es neues gibt, hat es mir dafür fast "den Nucki rausgehauen" http://www.20min.ch/finance/news/story/Spar-laesst-Termin-mit-Streikenden-platzen-14614419

Die Verweigerung von SPAR Gespräche aufzunehmen, solange die Betriebsstillegung anhält ist eine Sache (vielleicht sollte man den armen Geschäftleitungsmitgliedern auch einfach mal ein Lexikon schenken, dann würden sie wissen, dass eine Stillegung in einem Streik wirklich nichts ungewöhnliches ist), die Mitarbeitenden morgens um 8:00 zum Vorbereitungsgespräch für die Verhandlungen zu bestellen und zu diesen dann nicht zu erscheinen, nein ihnen stattdessen sogar noch Strafanzeigen zu schicken, ist eine bodenlose Frechheit.

Leider nur eine von mehreren. Die Geschäftsleitung des SPAR verweigert jegliche Verhandlungen seitdem die Belegschaft mitte Mai (also noch lange vor dem Streik) versucht hat durch Gespräche die Missstände zu beheben. Als der Streik begann, versuchte man seitens des SPAR sehr schnell den Streik mittels Einsatz von Streikbrechern zum Erliegen zu bringen. Das Unternehmen, das stets betont hatte, dass sie unmöglich mehr Leute in der Filiale arbeiten lassen könne um die Belegschaft zu entlasten, bot dafür 60 Leute auf.

Für mich gibt es abschliessend nur noch zu sagen, dass ich denen im Streik nur das Beste wünsche und hoffe, dass die SPAR-Geschäftsleitung bald zur Vernunft kommt und mit ihrem Getäubele aufhört um sich auch mal um die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden zu kümmern.

Solidarität mit dem Streik in Baden-Dättwil!

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