Botschaftsverfahren sind human, fair und korrekt! Behalten wir sie bei!

Zu kaum einer Vorlage wird mit soviel Unsinn und falschen oder halbfalschen Zahlen argumentiert wie bei der am 9. Juni zur Abstimmung stehenden Asylgesetzrevision.

Ich möchte zur Abwechslung mal ein paar Fakten bringen. Ich nehme hierzu das Botschaftsgesuch, dessen Abschaffung meines Erachtens der grösste Fehler dieser Revision darstellt...

In den Jahren 2006 bis 2012 wurden insgesamt 36'486 Einreiseanträge auf diesem Weg gestellt. (2012: Zahlen nur bis 30. September)

Dem gegenüber wurden im gleichen Zeitraum 2'671 Einreisebewilligungen erteilt, d.h. 33'815 Menschen kamen gar nicht erst in die Schweiz, was die weit verbreitete Mär von den Freiflügen, die wir da angeblich verteilen, klar widerlegt!

Seit 1980 stellten 46'369 Personen ein Botschaftsgesuch. Davon erhielten 4’386 Personen eine Einreisebewilligung, was einer Quote von 9.4% entspricht.

Von diesen 4'386 Personen reisten wiederum 3'904 effektiv in die Schweiz ein.
In 1'233 Fällen ist das Verfahren bis heute in 1. Instanz hängig, was somit zu 2671 behandelten Gesuchen führte. Hierbei wurden 2084 positive Asylentscheide gefällt
(78%) und 488 vorläufige Aufnahmen (18%) verfügt. Dies heisst also nach Adam Riese sind 96% der eingereisten Gesuchsteller effektiv schutzbedürftig.

Ergo ist dieses Instrument sehr effizient, da es die hoffnungslosen Fälle gar nicht erst in unser Land kommen lässt und somit die hiesige Infrastruktur mit all den schon genügend erörterten Problemen gar nicht belastet wird.

Die Befürworter der Asylgestzrevision wollen dann oft mit dem sogenannten humanitären Visum beschwichtigen, welches man ja immer noch beantragen könne.

Auch dies ist natürlich Augenwischerei und eine Mogelpackung. Die meisten können so ein Visum gar nicht erst beantragen, da dieses nicht in einem Drittstaat beantragt werden kann. Schlau, denn über 40% der Botschaftsgesuche wurden in den letzten Jahren von Eriträern und Somali gestellt, in diesen Ländern gibt es keine Schweizer Botschaft. So ein Pech aber auch...

Lassen wir uns nicht für blöd verkaufen und behalten wir die humanitäre Tradition der Schweiz bei. Und ja, wer sich renitent verhält, oder gar kriminell wird, der hat es hier halt verspielt, wäre eine andere Debatte. Aber nur weil es Kriminelle gibt, können wir doch nicht im Gegenzug den Rechtsstaat abschaffen!

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