Shopping Parkgebühren nicht mehr automatisch zulässig. Shoppingcenter sollen nicht mehr automatisch Parkgebühren erheben müssen - gut so.

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Bald-Schluss-mit-Parkgebuehr/story/29047465?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

Bis anhin konnten die Kantone im Vorfeld von Bauvorhaben mit hohem Verkehrsaufkommen – gestützt auf das Umweltschutzgesetz über Lenkungsmassnahmen – zur Reduktion des Autoverkehrs mitbestimmen. Mit kantonal verordneten Parkschranken und Münzautomaten soll der Mehrverkehr abgehalten und die Leute sollen dazu gebracht werden, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen. Dass das nur begrenzt oder gar nicht funktioniert, belegen nun zahlreiche Studien (siehe BaZ vom 13. Mai). Das Bafu führt seinen Entscheid zur Lockerung der Richtlinien auf die Luftbelastung zurück, die durch den Verkehr verursacht wird. So habe sich der Schadstoffausstoss in den vergangenen 20 Jahren halbiert und werde bis 2035 laut Prognosen noch einmal um 75 Prozent abnehmen. «Zwar hat der Verkehr zugenommen, doch verbesserte Motorentechnologien, Katalysatoren und Partikelfilter haben zu dieser Reduktion geführt», sagt Andrea von Känel, Leiter des Lufthygieneamts beider Basel.

Und was bedeutet das jetzt?
Erstens: Es hat sich gezeigt, dass Parkgebühren als Lenkungsabgabe untauglich sind. http://bazonline.ch/basel/stadt/Autos-bleiben-trotz-weniger-Parkplaetze-/story/11272763 - wenn etwas nicht funktioniert, weg damit: Gut so.

Zweitens (Vermutung): Die Bewirtschaftung des Parkplatz Inkassos bei Shoppingcentern ist nicht kostendeckend, die Automaten müssen gewartet werden, Diebstahlschutz, Bussenkontrolle etc. Weg damit, gut so.

Drittens: Einige Zentren haben Parkgebühren, andere nicht (auch im Inland). Behördliche Wettbewerbsnachteile gehören abgeschafft. Gut so.

Viertens: Aus ökologischer Sicht ist ein Zusammenbruch unseres Freizeitmobilitätswahns begrüssenswert. Je länger die Staus, je länger die Wartezeiten auf einen Parkplatz sind, um so eher wird der Weg für neue Ideen geebnet (hier kommt die GLP ins Spiel. Oder die Leute gehen tatsächlich wieder mal (mit Ausnahme des Samstags) in die Innenstädte. Oder die Ladenöffnungszeiten werden endlich liberalisiert. Oder die Leute nutzen mehr Online-Shopping, auch für Food. Und, und, und.

Aus meiner Sicht ist also der Entscheid begrüssenswert. Es hat keinen Sinn, Lenkungsabgaben zu erheben, die niemandem nutzen. Erst durch eine Dramatisierung der Situation wird der Leidensdruck so weit steigen, dass sich unser Mobilitätsverhältnis ändert.

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