Keine Krankenkassenprämien für Kinder

Wussten Sie, dass sich die Kosten der Gesundheitsversorgung zu Lasten der Krankenkasse seit 1996 mehr als verdoppelt haben? In derselben Zeit ist unsere Wirtschaftsleistung nur halb so schnell gestiegen. Und unsere Löhne haben nur um einen Fünftel zugelegt. Die Schere zwischen Gesundheitskosten und unserem Einkommen tut sich immer weiter auf.

Mittlerweile erhält jeder dritte Schweizer, jede dritte Schweizerin Prämienverbilligungen. Wen trifft diese Kostensteigerung am meisten? Es ist der Mittelstand – und dabei besonders die Familien mit Kindern. Diejenigen, welche unsere Zukunft bilden. Diejenigen, welche unsere Gesellschaft tragen. Wie heisst es doch so schön: Eine Gesellschaft ist so stark wie ihr Mittelstand. Dieser Mittelstand ist bedroht, denn mit der Zunahme der Lebenserwartung steigen auch die Kosten – immer und immer weiter. Ansetzen müssen wir im Gesundheitswesen: Es muss also einerseits dort geheilt werden, wo die Kosten entstehen. Und zwar flächendeckend: Bei den Medikamentenpreisen, den Ärztetarifen, den Spitaltarifen etc. etc. Wir sind hier intensiv dran. Es muss aber auch bei der Kostenverteilung angesetzt werden!

Das Gesundheitssystem ist krank und fundamental falsch. Die Beiträge an den Risikoausgleich sind heute sehr hoch für die jungen Erwachsenen: Der intergenerationelle Solidaritätsbeitrag einer 20-jährigen Frau beträgt 64% ihrer Prämie. Für einen jungen Mann gleichen Alters beträgt der Solidaritätsbeitrag sogar 82% der Prämie. Was heisst das konkret? Von 100 Franken, die ein junger Mann an Krankenkassenprämien bezahlt, gehen 82 Franken weg für ältere Generationen. Von 100 Franken, die eine junge Frau für die Krankenkasse bezahlt, braucht sie selbst nur 36! Ein denkbar schlechtes Geschäft – das obendrein jene belastet, die noch kaum Einkommen, geschweige denn Vermögen haben erarbeiten können. Die Jungen werden durch die Solidarität belastet. Zu fest, übermässig belastet. Und das geht nicht – es geht nicht auf – die Kluft ist zu gross. Die Solidarität braucht es. Sie soll aber nicht überstrapaziert werden, sonst fällt das System früher oder später zusammen. Kinder und Familien sind unser Versprechen für ein besseres Morgen. Es ist zentral, dass sie gut betreut werden – auch von unserem Gesundheitssystem. Es kann nicht sein, dass Familien wegen der Krankenversicherung in Armut fallen. So bezahlt eine Familie mit zwei Kindern, die in Genf wohnt, zwischen 10'000 bis 17'000 Franken Prämien pro Jahr. Deshalb fordert die CVP: keine Krankenkassenprämien mehr für Kinder – damit der Mittelstand entlastet wird! Da geht es um Solidarität. Wenn morgen unsere Kinder für uns die Welt gestalten, geben sie uns das zurück, was wir ihnen heute geben.

Kurzum: Kinder und junge Erwachsene werden heute zu einer Solidarität gezwungen, die überstrapaziert wird. Das ist gefährlich für unseren Zusammenhalt – und eine denkbar schlechte Investitionspolitik.

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