Kollateralschaden des Kapitalismus

Billig ist kein Problem, so lange die Menschen in Bangladesch für uns die Drecksarbeit erledigen. Wenigstens haben diese Menschen eine Stelle, klingt mit Blick auf die Arbeitszustände in Bangladesch reichlich zynisch. Regelmässig fallen Gebäude zusammen oder brennen aus. Hunderte von Arbeitern sterben, aber in unseren Kleidergeschäften in Europa sind diese Zustände weit weg. Den Letzten beissen die Hunde und derzeit sind die Schwächsten im Glied die Arbeitenden in den Textil Fabrikruinen in Bangladesch. Anzunehmen, dass die Zustände in China viel besser sind, ist natürlich Augenwischerei. In China ist die Zensur einfach effizienter als in Bangladesch. Doch wer könnte die Sicherheitsvorschriften und die Einhaltung der Menschenrechte über die komplizierten internationalen Lieferketten überhaupt kontrollieren? Leider niemand. Kann ja auch ein Selbstschutz sein, um nicht verantwortlich zu sein oder sich zumindest verantwortlich zu fühlen. Aus den Augen aus dem Sinn. Sind halt Kollateralschaden des Kapitalismus. Wie sähe wohl die Rechnung aus, wenn externe Kosten den weltweiten Transportketten aufgebürdet würden? Wir für Menschen, die für uns in den Industrienationen unter widrigsten Umständen Produkte produzieren, dieselben Arbeits- und Sicherheitsrechte einfordern wie wir in unseren Ländern geniessen? Ein System, welches andere Menschen opfert, damit andere Menschen günstig zu ihren Produkten kommen, ist einfach nicht human.

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