Über Radarkontrollen

Ich fuhr immer sehr gerne Auto, ich mag unsere gewundenen Landstrassen entlang von Wiesen und Wäldern gesäumt von kleinen Dörfern. Ich nahm mir auch gelegentlich an den Wochenenden Zeit für eine Ausfahrt und jedes Mal wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug das Fernlicht betätigte wusste ich, dass dieser seine reisenden Artgenossen vor einem Blitzer warnt.

Informationen wie diese werden gerne geteilt auf solchen Strassen, besonders von jenen welche diese oft benutzen; da ist eine Art Verbundenheit, ein Drang diese Unversehrtheit zu schützen - somit markiert jeder mobile Blitzer ein Eindringen und wird verabscheut. Das betätigen des Fernlichts ist demnach äquivalent wie ein Ruf eines Tieres wenn sich ein Räuber in der Nähe befindet. Jedoch, anders als im Tierreich, ist dieses aufmerksam machen bei uns verboten – Leute wurden deswegen schon verurteilt (Ende 2011 wurde ein Automobilist mit 200 Franken gebüsst, weil dieser den entgegenkommenden Verkehr vor einer mobilen Radarkontrolle gewarnt hat).
Dies macht das Unterfangen jener welche die Warnungen trotzdem abgeben umso tapferer und edel. Es zeigt ferner auch, dass Politik und Polizei hier eine falsche bzw. unlogische Taktik anwenden.

Wenn der Sinn und Zweck eines Blitzers darin besteht uns zu verleiten an gefährlichen Stellen langsam zu fahren – denn dort sollen diese Blitzer “angeblich“ stehen – dann haben die Leute welche andere davor warnen ganz klar zugunsten der Obrigkeit gehandelt. Wir haben unsere Geschwindigkeit reduziert. Ich bezweifle, dass irgendwer diese Kamera an diesem Tag ausgelöst hat. Sicherlich ein Erfolg? Ein endloser Fluss von gesetzestreuen Bürger fährt vorbei, mit genau der vorgeschriebenen Geschwindigkeit oder gar etwas darunter.

Da stellt man sich vor, dass sich das Herz des Polizisten in seinem Mini-Van vor Rechtschaffenheit nur so erhoben hat, nachdem nicht ein Autofahrer den Blitzer ausgelöst hat!

Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Mit dem Via Sicura Paket 1, werden eben diese Strafen noch verschärft – während andere Länder dies als legal betrachten (in einzelnen Staaten in den USA gehört das warnen zum First Amendment – spezifisch zur freien Meinungsäusserung), setzt die Schweiz auf Repression. Selbst auf Facebook wird Jagd gemacht und mit Bussen gedroht. Ich sehe das Ganze so: Wenn ich jemandem per Fernlicht vor gefährlichen Stellen bzw. einem Blitzer warne, so verhindere ich doch, dass dieser ein Verbrechen begeht – ist dies nicht was man als guter Bürger tun sollte? Wenn ich jemanden davon abhalten könnte einen Raub zu begehen, sollte ich dies dann nicht tun? Es wird uns unterschwellig mitgeteilt, dass Zivilcourage verboten ist. Vielleicht ein Grund warum immer mehr Leute weg sehen und der pure Egoismus Überhand gewinnt.

Es zeigt auch eindeutig auf, dass es nicht darum geht Sicherheit zu schaffen – nein, viel mehr werden Radarkontrollen als legitimes Mittel angesehen die Kassen zu füllen… (wer noch mehr über dies lesen will: http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=923158)

19 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Strassenverkehr»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production