Die Diskussion um die Asylgesetzrevision wird mit Vorurteilen und falschen Zahlen statt Fakten geführt

Niemand bezweifelt, dass wir im Asylwesen Probleme haben, doch anstatt die Probleme zu lösen und die Situation für ALLE zu verbessern, wird einzig die Situation für Hilfesuchende verschlechtert.

Frage: Sind sie grösser als 1.75m und männlich?

Ja?
Dann gehören sie zur Bevölkerungsgruppe, die knapp 85% der Verbrechen begeht. Trotz dieser hohen Zahl, käme niemand auf die Idee sie aufgrund dieser Eigenschaft generell als Verbrecher oder tauge nichts abzustempeln. Wäre ja auch nicht fair.
Doch die Nationalität der Menschen muss dafür herhalten, nämlich dass hat ja einen Einfluss.Trotzdem wird es gemacht obwohl die wichtigsten Variablen in der schweizer Kriminalstatistik in absteigender Reihenfolge folgende sind:

  • das Geschlecht
  • das Alter
  • der sozioökonomische Status
  • das Bildungsniveau

Die Nationalität ist nicht entscheidend. Also man bekämpft Menschen aufgrund ihrer Nationalität und behandelt die Unschuldigen genau gleich, nur weil sie die gleiche Nationalität haben. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger, mittelloser Schweizer ohne Bildung ein Verbrechen begeht, ist ebenso hoch wie bei einem Ausländer mit den gleichen Voraussetzungen. Ausländer und vor allem Asylsuchende findet man halt ehere in der ärmeren Bevölkerungsschicht, da sie oft keine Bildung mitbringen oder ihr Bildungsabschluss nicht anerkannt wird.
Trotzdem tut die scheinheilige Rechte in dieser Frage so, als ob die Nationalität der ausschlaggebende Punkt wäre und nicht der sozioökonomische Status oder das Bildungsniveau.

Wir sollten mit der Repression gegen Volksgruppen aufgrund ihres Aufenthaltsstatus und ihrer Nationalität aufhören. Wollen wir wirklich etwas gegen die Kriminalität tun, müssen wir alles versuchen um Armut in der Schweiz zu verhindern. Jeder Mensch sollte eine reelle Chance auf ein gutes Leben in der Schweiz erhalten unabhängig von Herkunft oder Status in der Gesellschaft.

Make Education not Racism!!

Die falschen Zahlen von Mörgeli und Co.

Christoph Mörgeli unterbietet in seiner Kolumne in der Weltwoche ja öfters das Niveau einer plumpen rechten Propaganda. Doch wie der Tagesanzeiger berichtete machten er und sein "Ziehvater" noch einen katastrophalen Rechenfehler. Ob es nun eine gezielte Lüge oder wirklich nur ein Rechenfehler war, möchte ich offen lassen. Beides wäre nicht vorteilhaft.

Ersteres würde heissen sie wollten den Souverän für dumm verkaufen, anderes würde mich an ihren Lehrer und ihrem Verstand zweifeln lassen.

Fakt ist die Behauptung der beiden war 50% der Asylsuchenden seien kriminell, die richtige Zahl liegt ein bisschen tiefer. Ehrlich gesagt ist es weniger als ein Fünftel der Mörgeli und Blocher Zahlen. Es sind gerade mal 9%. Die Asylgesetzrevision stellt generell alle Asylsuchenden unter Verdacht, weil ca. ein Zehntel der Asylsuchenden kriminell sind. Ist das faire Politik? Sind wir da nicht auf einem Niveau was unserer Verfassung und unseren Grundwerten nicht korrekt ist.

Wir werden nicht überrant oder bin ich einfach blind

Glaubt man den Befürwortern der Revision, werden wir von Asylsuchenden überrant, täglich strömen Tausende über die Grenze und überfüllen unsere Asylzentren. Fakt ist gerade mal 0.5% der Bevölkerung sind Asylsuchende, das ist gelinde gesagt schon sehr wenig. Und auf den Strassen bemerkt man diese Bevölkerungsgruppe auch nicht, man bemerkt halt 0.5% der Bevölkerung einfach nicht.

Fakt ist auch 2/3 der Flüchtlinge weltweit halten sich in Dritt-Welt-Ländern auf. Es gibt Flüchtlingslager die mehr Bewohner haben als es in der Schweiz Flüchtlinge gibt. Zugegeben wir haben zu wenig Asylzentren, das liegt aber daran, dass wir keine bauen oder zur Verfügung stellen, weil ständig Anwohner dagegen demonstrieren, da sie denken, dass sie dann überrannt werden. Dabei wäre es so einfach die Regierung muss dafür schauen, dass wir genug Platz haben um die Hilfesuchenden aufzunehmen, jede Gemeinde und jede Stadt müssen ihren Teil dazu beitragen.

All diese Fakten zeigen, es wird von der Befürworter Seite nicht mit der Wahrheit sondern mit Polemik, Panikmache und falschen Zahlen gearbeitet. Das lassen wir uns nicht gefallen, wir wollen ein Asylwesen, das Hilfe leistet und funktioniert.

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Kommentar von Hans M:

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