Europarat soll für die Rechte der Christen auf dieser Welt einstehen

Die Verfolgung von Menschen einer bestimmten Glaubensgruppe nimmt weltweit zu. Während einige Religionen sehr gute Hüter haben, die jede noch so kleine Religionsfreiheitsverletzung aufgreifen und kritisieren, sind andere Religionen - insbesondere die christliche – den Angriffen auf die Ausübung des freien Glaubens oft schutzlos ausgeliefert.

In vielen Ländern dieser Welt ist bereits ein christliches Gebet in den eigenen vier Wänden untersagt. Staaten verbieten den Besitz von christlichen Symbolen oder Schriften und tolerieren und billigen Angriffe auf Christen. Und bei uns – notabene in einer Region mit christlich abendländischen Wurzeln - unterstützt ein europäisches Gericht, dass christliche Symbole aus dem öffentlichen Raum verbannt werden können.

Während in der Schweiz Diskriminierungen auf Grund des Glaubens verboten sind, sehen andernorts heilige Schriften die Diskriminierung von Andersgläubigen aktiv vor. Ich meine damit nicht etwa die Vorschrift, dass Königin und Premier-Minister des Vereinigten Königreichs Anglikaner sein müssen. Nein, ich rede von Berufsverboten, Arbeitsverboten, Heiratsverboten Nutztierhaltungsverboten oder auch Grundeigentumsverbote etc.

Während wir in der Schweiz die Glaubens- und Gewissensfreiheit so auslegen, dass Lebensgewohnheiten von Andersgläubigen wie Kleidervorschriften, koschere Nahrungsmittel oder Halalfleisch akzeptiert werden, ist es Christen in anderen Ländern verboten, die Religion frei auszuüben oder über eine solche seine Meinung zu äussern.

Die CVP hat vor einigen Monaten die ketzerische Frage gestellt, ob es nicht richtig wäre, die Entwicklungshilfe an jene Regierungen zu stoppen, welche Verfolgungen von Minderheiten mit anderem Glauben tolerieren und damit gegen eine freie Glaubensausübung verstossen. Von verschiedenster Seite wird nämlich immer wieder zum Boykott jener Länder aufgerufen, in welchen die Bevölkerung ihre Meinung nicht frei äussern kann. Auffällig ist aber, dass wenn es dabei um Religionsminderheiten geht – insbesondere auch um Menschen mit christlichen Glauben – sich niemand mehr aktiv einsetzt.

Ich bin seit einiger Zeit Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Der Europarat (mit Sitz in Strassburg) ist ein weltweit einmaliges Gebilde mit 47 Mitgliedstaaten mit dem obersten Ziel, die Menschenrechte weltweit durchzusetzen. Ich verlange, dass sich diese Organisation – welcher wir nun seit 50 Jahren angehören - für die Rechte von Religionsminderheiten einsetzt und damit auch für die Rechte der Christen auf dieser Welt einsteht.

Die vom Europarat geschaffene und von der Schweiz ratifizierte Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) hat die Aufgabe derartige Diskriminierungen zu verhindern. Ich stehe hinter den Wertvorstellungen der EMRK und ich verlange, dass der Schutz von Minderheiten – insbesondere von Andersgläubigen – von dieser Konvention genauso gewährleistet wird wie andere darin enthaltene Diskriminierungstatbestände.

Die Glaubens- und Gewissensfreiheit auf der ganzen Welt muss auch in der Schweiz wieder mehr zum Thema gemacht werden. Nicht nur im Sinne der verfolgten Christen weltweit.

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