automatischer Datenaustausch und so weiter

Nehmen wir mal an, ich wäre ein deut­scher Po­li­ti­ker oder Ver­eins­ma­na­ger. Würde ich heute mein Schwarz­geld wirk­lich noch in der Schweiz de­po­nie­ren wol­len? ich müsste damit rech­nen, auf einer Da­ten­klau- CD zu er­schei­nen und meine schwei­zer Bank könnte mich dazu auf­for­dern, mein undeklariertes Geld ab zu zie­hen oder überhaupt, will sie even­tu­ell mein Geld gar nicht mehr (CS).

Sicherlich wollen wir hier keine schmutzigen Geschäfte oder Personen (Diktatoren usw.) fördern, aber muss deswegen gleich der brave schweizer Normalbürger zum ungeschützten Bürger gemacht werden, wie unsere armen Nachbarn aus der EU? Es ist absolut richtig, jetzt langsam mal auf die Trusts in den USA oder auch die britischen Inseln hin zu weisen. Und das ist längst noch nicht alles: Singapur, Hongkong, was weiss ich noch alles, wo man sein Geld verstecken kann, wenn man denn so will.

Die Frage ist nun: Machte die Schweiz beim automatischen Informationsaustausch​ mit, würden die anderen Steuerparadiese dann ebenfalls verschwinden? Die Antwort ist nein, da kann man noch so viel fordern, das schert die übrigen "schwarze Liste- Kandidaten" wenig. Stattdessen würden wir Schweizer weiter unfreiwillig an die EU angeglichen, welche ja bekanntlich in Schwierigkeiten steckt.

Ist es nicht zynisch, dass Barroso einerseits die Schweiz attackiert, um dann seine Landsleute in die Schweiz zu schicken? Ist die Schweiz Schuld an den Zuständen und der Steuerungerechtigkeit​ im Ausland, würde der automatische Datentransfer daran etwas ändern?

Sich die Schweiz als Vorbild zu nehmen, das ist vielmehr der richtige Weg meine liebe EU. Die Schweiz spielte ja auch bei der Gründung der USA eine Vorbildrolle irgendwo (war es bei der Verfassung, das müsste ich noch schnell eruieren). Und wir könnten von denen wiederum das Prinzip "Aufenthalt nur gegen tatsächlich geleistete Arbeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit" übernehmen.

Also, Aufenthalts- Bewilligungen nur solange die Saison gearbeitet wird beispielsweise auf dem Bau (in den Sommermonaten) oder im Hotel (die paar Monate, wo die Leute gebraucht werden) und Lohndumping streng überwachen. Sperrfrist für sämtliche Sozialleistungen 10 Jahre lang.

Hoffentlich finden die Parteien endlich zusammen, gegeneinander kommt niemand langfristig weiter.

Ich wünsche allen Beteiligten ein gutes Durchhaltevermögen, im Zweifel, fragen Sie mal den Joe, der ist ja inzwischen wieder zurück gekehrt.

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