Acht Argumente für die Legalisierung von Cannabis

Cannabiskonsum gilt in der Schweiz längstens als das größte Kavaliersdelikt überhaupt. Und auch wenn vor 5 Jahren das Stimmvolk noch ‘Nein’ zu der Legalisierung sagte, so scheint es doch nur eine Frage der Zeit, bis das Verbot fällt. Hier eine noch einmal kurz eine Liste der wichtigsten Argumente für diesen Schritt:

Jugendschutz

Eine Legalisierung des Handels heisst dass es staatliche Regularien für diesen Handel geben kann. Heute hat ein Dealer keinen Grund hat, nicht an jeden Cannabis zu verkaufen, der genug Geld dabei hat. Dem legalen Cannabis-Handel können dagegen die gleichen Bedingungen aufgelegt werden, wie auch dem Alkohol- und Tabakhandel. Wenn jemand riskiert, seine Betriebserlaubnis zu verlieren, wird er es sich sehr gut überlegen, bevor er Cannabis an Minderjährige verkauft.

Qualitätskontrolle

Ein Konsument hat heute keine Chance, den THC-Gehalt der Wahre zu prüfen, oder sicherzustellen, dass irgendwelche andere, gefährlichere Substanzen darin enthalten sind. Dies stellt eine echte Gefahr für die Gesundheit der Konsumenten dar und erhöht natürlich auch die Gesundheitskosten in unserer Gesellschaft. Im Falle einer Legalisierung kann der Staat jedoch die Kontrolle übernehmen, Standarts für den THC-Gehalt einführen und sicherstellen, dass sich niemand mit etwas vergiftet, dass er eigentlich nicht so geplant hat.

Steuerliche Einnahmen

Dies bedarf eigentlich keiner weiteren Erklärungen. Wie bei Tabak und Alkohol könnte man auch auf Cannabis eine Steuer erheben, welche den Krankenkassen zu gute kommt und uns alle entlastet.

Medizinischer Nutzen

Cannabis galt bis zu seinem Verbot als das einzige nebenwirkungsfreie Schmerzmittel der Welt. Und auch heute wird es gern als ‘medical Marihuana’ in manchen U.S.-Bundesstaaten verschrieben. Manche Leute behaupten felsenfest, dass es das einzige Schmerzmittel ist, dass ihnen hilft. Auch wenn ich diese Aussagen eher skeptisch betrachte, wüsste ich nicht, wieso man nicht eine weitere, verhältnismäßig harmlose Substanz in das Arsenal der Mediziner im Kampf gegen den Schmerz dieser Welt aufnehmen sollte.

Entlastung der Behörden

Polizei und Gerichte sind in der Schweiz zum Teil sehr stark belastet, zum Teil sogar überbelastet. Wenn die Behörden weniger Aufwand betreiben müssen, einer im Prinzip opferlosen Straftat nachzujagen, haben sie offensichtlich mehr Zeit und Resourcen um Gewaltverbrechen, Diebstähle und Überfälle aufzuklären. Es ist offensichtlich, dass diese Form der Entlastung dem Schutz der Bevölkerung dienlich wäre. Selbst ein Falschparker, der versehentlich die Zufahrt für die Feuerwehr versperrt stellt eine größere Gefährdung der Allgemeinheit dar, als jemand, der einem mündigen Bürger ein Rauschmittel verkauft, welches dieser zu konsumieren wünscht.

Klare Linie zwischen Recht und Unrecht

Gerade weil der Handel und Konsum von Cannabis als gleichermaßen moralisch kontigent wie auch gesellschaftlich akzeptiert ist, stellt er eine gefährliche ‘Einstiegsstraftat’ dar, zumindest solange er illegal ist. Die Handlungen eines Menschen sind zu einem guten Teil von seinem Selbstbild abhängig. Wenn jemand durch derartige Verstöße sich erst einmal als krimineller sieht, ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass diese Person weitere, schwerwiegendere Straftaten begeht. Außerdem ist Cannabis durchaus ein möglicher erster Kontaktpunkt zum organisierten Verbrechen und somit der erste Schritt zu einer kriminellen Karriere. Kann man jedoch Cannabis legal erwerben, kappt man damit die Verbindung zu kriminellen Organisationen und erhält gleichzeitig das Selbstbild des gesetzesfürchtigen Bürgers beim Konsumenten.

Definanzierung der organisierten Kriminalität

Der Drogenhandel ist einer der Haupteinnahmequellen für die organisierte Kriminalität weltweit. Cannabis stellt hierbei durchaus eine beachtenswerte Position dar und finanziert Bandenkriege auf dem ganzen Erdball. Entziehen wir ihnen diese Einnahmequelle, heisst das weniger Geld für Waffen und Munition auf den Straßen der gefährlichen Vierteln der Großstädte dieser Welt. Und etwas weniger Mord und Totschlag halte ich durchaus für erstrebenswert.

Freiheit der Bürger

Das wichtigste Argument ist wohl auch das einfachste Argument. Der Handel und der Konsum von Cannabis sollte erlaubt sein, weil freie Bürger ein Recht haben sollten, selbst zu entscheiden, welche Substanzen sie sich selbst zuführen und welche nicht. Es mag Ausnahmen geben, zB. bei Medikamenten mit relativ undurchsichtigen Wechselwirkungen und vielleicht bei gewissen Narkotika, die geignet sind, Straftaten gegen Leib und Leben anderer zu begehen (K.O.-Tropfen). Aber von diesen Fällen abgesehen, ist es doch ein Stück Lebensqualität, wenn ich frei entscheiden darf, ob ich mich an Cannabis, Alkohol oder auch gar nicht berausche. Denn der Einzige Grund, wieso wir diese ganze Übung mit dem Staat veranstalten ist doch letztlich, dass wir unsere Freiheiten genießen können.

Wie man sieht, können also nur Menschen, die mit der organisierten Kriminalität im Bunde sind, vernünftigerweise eine Legalisierung ablehnen. Was bleibt ist eine Art Aberglaube, dass die Gesellschaft wie wir sie kennen zusammenbricht, sollte man die Drogenpolitik auch nur etwas lockern. Nun aber, da selbst in den urkonservativen USA mehr und mehr Bundesstaaten (gegen föderale Rechtsprechung) Cannabis legalisieren, sollte es aber nur eine Frage der Zeit sein, bis auch hier die Vernunft siegt. Stehen sie nicht auf der falschen Seite der Geschichte, unterstützen sie die Legalisierung.

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