Betreuungskosten sind Berufskosten! Der Abzug auch nur teilweise, sind aus Steuergerechtigkeit wichtig. Familienpolitisch ist dieser Abzug neutral.

Gemäss DBG Art. 26 Ziffer b. können alle notwendigen Mehrkosten für die Ausübung des Berufes erforderlich sind abgezogen werden.

Die Jahrzehnte lange nicht Beachtung dieses Grundsatzes, respektive Gesetzes Artikels, war insoweit zusätzlich störend, da die Kosten für Fremdbetreuung auch von Alleinerziehenden Eltern nicht in Anspruch genommen werden konnten. Selbst dann nicht, wenn sie im Scheidungsfall, gerichtlich dazu verpflichtet wurden, wieder zu arbeiten.

Diese Weigerung, diese Berufskosten steuerlich anzuerkennen, hatte sicher damit zu tun, dass die Kantone hohe Steuerausfälle fürchteten. Zwar unterstüzen sie sozialschwächere Alleinerziehende oder Eltern mit günstigen Gebühren. Bei besserverdienenden Familien verlangen sie jedoch entsprechende hohe Gebühren. Durch die nicht Anerkennung der Abzugsfähigkeit dieser Kosten, konnten sie so das hohe Steuersubstrat der Mittelschicht Jahrelang bei behalten.

Die Mittelschicht aufwärts finanzierte also doppelt die Betreuungsmöglichkeiten, einmal durch die Gebühren und einmal durch höhere Steuern.

Dieser Missstand wurde nun vor ein paar Jahren zum Glück beseitigt, respektive verkleinert.

Zwar ist der Abzug nicht in den Berufskosten sondern in den Allgemeinen Abzügen zu finden in DBG 33 Ziffer 3. Doch die Abzugsmöglichkeiten wurden erweitert. 1. Anspruch hat wer einen kausalen Zusammenhang nachweisen kann, zwischen Betreuungskosten und Arbeit, 2. Bei Ausbildung 3. auch bei Erwerbsunfähigkeit.

Gerade der letzte Punkt gilt nun für alle Familienformen, denn wenn in einer klassischen Familie die Mutter 1-2 Wochen ins Spital muss oder in eine Kur dann können die Kosten für die Fremdbetreuung abgezogen werden.

Der Abzug für Fremdbetreuung hat also nichts mit den subventionieren von Betreuungsangeboten zu tun und auch nicht mit einer Bevorzugung einer Familienform. Sondern mit der Steuergerechtigkeit. Die Initiative der SVP fördert einseitig die Einverdiener Familie und schafft daher wiederum eine neue Steuerungerechtigkeit.

Der Abzug der Betreuungskosten auch nur teilweise, sind aus Steuergerechtigkeit wichtig. Familienpolitisch ist dieser Abzug neutral, den es sind Gewinnungskosten nach DBG Art. 26. Ziffer B, mehr nicht.

Daher ist die Initiative der SVP abzulehnen

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