Christophe Darbellay, du bist eine Bombe!

Man muss es ihm lassen, dem Christophe Darbellay, er gibt alles! Vor allem für seine Partei! Um dem ständig drohenden Verlust von Wählern an das ganz rechte Lager entgegen zu wirken, kratzt er in seinem Hirn wie in einem „Räbeliechtli“. Und immer wieder wird er erstaunlicherweise fündig und ein Lichtlein geht ihm auf!

Nach Verbotsforderungen von Burka und gesonderten Friedhöfen von Juden und Muslimen hat Darbellay einen neuen Coup gelandet. Seine Forderung nach DNA-Tests von nordafrikanischen Asylbewerbern schlug ein wie eine Bombe! Am vergangenen Donnerstag hat der Nationalrat mit 92 zu 85 Stimmen seine Motion angenommen und die Stimme des Volkes in den Online-Foren gibt ihm Recht: «Alle testen! Am besten wäre es, sie blieben zuhause!» Und gemeint sind etwa nicht nur die Asylanten aus Nordafrika. Da hat Darbellay also den Zeitgeist voll auf den Kopf getroffen. Ihm selber ist klar, dass damit gegen die Grundrechte verstossen wird, kann es aber nicht begreifen, dass der Bundesrat die Grundrechte über «unsere Sicherheit» stellt und die Tests unverhältnismässig findet.

Wichtig bei der Sache ist, dass Darbellay in seiner Motionsbegründung nur von Tests und nicht von Analysen spricht. Durch Tests kann man bekanntlich fallen, Ergebnisse können positiv oder negativ sein. Bei Analysen ist das anders. Das war sicher auch den 92 zustimmenden Nationalräten bewusst. Dennoch haben sie den Tests zugestimmt. Was getestet wird, ist klar: Die DNA. Auf was die DNA getestet wird, ist unklar. Klar ist hingegen wiederum, was mit Asylbewerbern passiert, die durch den Test fallen: Auf gehts, nach Hause, Jungs!

Es ist ein Skandal, dass seiner Motion nur 92 Nationalräte zugestimmt haben! Die anderen 85 aus dem grün-linken Lager machen sich damit verdächtig. Am besten werden sie auch gleich getestet! Falls auch sie durch den Test fallen sollten, muss man sich halt noch überlegen, was man mit ihnen anstellt. Eventuell könnten sie sich um die durchgefallenen Asylanten kümmern.

In den USA ist Darbellays Idee nach dem Boston Marathon und der spannenden Terroristenjagd nach den Gebrüdern Tsarnaev von der Teaparty begeistert aufgenommen worden. Die Teaparty fordert, dass alle Immigranten, und zwar auch die bereits eingewanderten, bis mehrere Generationen zurück, sich sofort ebenfalls einem DNA-Test zu unterziehen haben. Darbellay sollte sich diese Idee durch den Kopf gehen lassen und eventuell seine Motion ergänzen. Die Frage allerdings, wie viele Generationen zurück getestet werden soll, muss eingehend diskutiert werden. (Christoph Blocher und sein Schwiegersohn wollen da vielleicht ein Wort mitreden.)

Gerade das Beispiel der Gebrüder Tsarnaev hat gezeigt, dass sich Immigranten, auch wenn sie schon jahre- oder generationenlang im Land befinden, mithilfe des Internets radikalisieren können. Darum ist unbedingt als flankierende Massnahme eine flächendeckende Internet-Überwachung absolut notwendig. Eine Motion zur «Installation von Staatstroyanern» auf allen Computern, Handys und Tablets könnte Darbellay eventuell zusätzliche Wähler zulaufen lassen. Wer etwa nach dem Begriff «Bombe» googelt, macht sich verdächtig und muss sich einer Sicherheitsprüfung unterziehen.

In einem weiteren Schritt sollte bei suspekten Individuen eventuell die Implantation von Chips im Hirn evaluiert werden. Dann könnte schon, wenn einer bloss «Bombe» denkt, zugeschlagen werden. Pech halt, falls Darbellay auf der Strasse mal Tom Jones’ Sexbombe trällern sollte. Aber für unsere Sicherheit sollte er schon bereit sein, solch verhältnismässig kleinen Unangenehmlichkeiten in Kauf zu nehmen!

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