Im Schlussspurt um die Stadtratswahl setzt die FDP auf gekaufte Schützenhilfe durch die CVP. Da gibt es nur eine Antwort: am 21. April Richard Wolff wählen!

Zum Abschluss des zweiten Wahlgangs für die Zürcher Stadtratswahl sucht die bedrängte FDP den Befreiungsschlag. Da ihr Kandidat in den eigenen bürgerlichen Reihen offenbar wenig Zuspruch findet, wird AL-Kandidat Richard Wolff systematisch angegriffen – mit gekaufter Schützenhilfe durch die CVP und massgeschneiderten Artikeln in der NZZ.

Die NZZ und der „angeschossene“ Wolff

Die NZZ hat sich bisher betont sachlich, zugleich aber auch mit einer klar kritischen Position gegenüber der Kandidatur von Marco C geäussert. Am 8. April drehte der Wind plötzlich. In einem schönfärberischen Bericht über das Radio-1-Podium vom Sonntag lobte Michael Baumann (mbm.) – entgegen allen Wahrnehmungen objektiver Beobachter - den FDP-Kandidaten als „angriffig“ über den Klee, während Richard Wolff „angeschossen“ gewirkt habe. Schon die aggressive Wortwahl spricht Bände: „Angeschossen“ sind Tiere, die gejagt werden, Kandidaten können bestenfalls „angeschlagen“ sein; bis zum „Abschuss“ ist es da nicht mehr weit…

Hirnverbranntes bleibt hirnverbrannt

Nach seinem früheren, vielkritisierten „Herumeiern“ versuchte es der FDP-Kandidat, angestachelt von den Scharfmachern der SVP im Hintergrund, am Radio-1-Streitgespräch mit unbeholfenen Tiefschlägen auf seinen Gegenspieler. So mit der Behauptung, nach einer Wahl von Wolff gäbe es in Zürich nur noch zwei Wochen altes trockenes Brot in den Gestellen… Und aus der Tatsache, dass Richard Wolff als Jugendlicher 1969-1972 drei Jahre in Venezuela gelebt hat, schloss Marco C messerscharf, dass er nach seiner Wahl subito in Zürich den Chavez-Sozialismus einführen werde. Wenn die NZZ für solchen Polit-Dadaismus das Prädikat „angriffig“ verleiht, halte ich es mit dem AL-Kandidaten, der diese abstrusen Unterstellungen als hirnverbrannt qualifizierte. Was ihm allerdings ein paar Tage später in einem weiteren Anti-Wolff-Artikel von NZZ-Redaktor Reto Scherrer („Wolff ohne Fell“) den Vorwurf eintrug, er sei dünnhäutig und reagiere überempfindlich.

Wer nichts zu bieten hat, schmeisst Dreck auf den Gegner

Wer vom eigenen Kandidaten nicht überzeugt ist und wem dazu nichts Lobenswertes einfällt, schmeisst Dreck auf den Gegner. Besonders praktisch ist es, wenn man die Drecksarbeit nicht selber erledigen muss, sondern andere vor den Karren spannen kann. Die CVP bietet sich dafür geradezu an. Sie war bei den letzten Wahlen mit 5.7% Wählerstimmen nur wenig stärker als die AL und muss im kommenden Februar bei den Gesamterneuerungswahlen um ihren nur schwach abgestützten Stadtratssitz fürchten. Als kleinster Partner im bürgerlichen Block ist sie für erpresserische Forderungen seitens der FDP besonders anfällig.

Die CVP geht fremd

So kommen wir zum Wahlkampfschluss in den Genuss einer dreiteiligen Anti-Wolff-Inseratenserie. Unterzeichnet ist sie zwar von CVP-Exponenten, finanziert aber zugegebenermassen durch die FDP. Kostenpunkt: rund 15‘000 Franken. Der amtierende Parteipräsident Hungerbühler brandmarkt Richard Wolff als „Sicherheitsrisiko“, Ex-Fraktionspräsident Traber als „Verachter (sic!) des Privateigentums“ und eine nachgerückte Hinterbänklerin aus der CVP-Fraktion wirft ihm utopisches Denken vor. Irgendwie war ich bisher der Meinung, dass auch im Christentum eine gehörige Portion Utopie steckt, der Traum vom Reich Gottes, wo Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Davon scheint im Sumpf der Zürcher Realpolitik nicht mehr viel übriggeblieben zu sein. Na ja, so kommt es eben, wenn man sich – von der FDP gesponsert – markige Sprüche aus der PR-Küche der FDP- und Camin & Hari-Hausagentur Markenplan in den Mund legen lässt…

Redaktionelle Orchestrierung durch die NZZ

Als redaktioneller Verstärker der Kampagne betätigte sich einmal mehr mbm., der in der NZZ prompt einen Artikel „Warnung vor dem bösen Wolff“ dazu publizierte. Etwas gar prompt, denn die redaktionelle Schleichwerbung für die dreiteilige CVP/FDP-Inseraten-Serie wurde bereits am späten Abend auf NZZ online aufgeschaltet, Stunden bevor das letzte Inserat überhaupt in der NZZ-Printausgabe erschienen war…

All das zeigt für mich nur eins: unsere Gegner nehmen die Kandidatur Wolff ernst, sehr ernst. Sie haben Angst vor seiner Kompetenz, sie fürchten seinen Biss. Das ist gut so. Richard Wolffs Chancen für den 21. April sind intakt. Noch haben erst 25 Prozent brieflich gewählt. Wer noch nicht gewählt hat, sollte jetzt unbedingt Richard Wolff die Stimme geben und Bekannte und Freunde dazu ermuntern - um einen profilierten Exponenten in die Stadtregierung zu wählen und zugleich dieser Art von Pfründen-Politik eine Absage erteilen.

P.S. Der Liedermacher Martin "Hauzi" Hauzenberger hat für Richard Wolff aus aktuellem Anlass "Es Lied für e Wolff" getextet, das Sie sich unbedingt anhören sollten:
http://richard-wolff.ch/stadtrat-2013/detail/article/es-lied-fuer-e-wolff.html

2 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Wahlen»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production