Die Zuwanderung treibt die Zuwanderung an!

Professor Reiner Eichenberger von der Uni Freiburg i.Üe stellt in der „Finanz und Wirtschaft vom 10. April 2013, Seite 3“ entlarvt zehn Denkfehler des Bundesrats zu den Auswirkungen der Zuwanderung, unter anderem folgende:

„Die Wirtschaft ist auf die Zuwanderung angewiesen, weil sie Lücken im Arbeitsmarkt füllt.“ Falsch: Tatsächlich erlaubt es die Zuwanderung, viele Lücken einfacher oder billiger zu füllen. Dadurch wird der Standort Schweiz attraktiver, was neue Investitionen und Unternehmen anzieht. Das schafft neue Arbeitsplätze, damit auch gleich wieder neue Lücken. Genauso schafft die Zuwanderung auch neue Nachfrage, was wiederum Lücken, damit Bedarf nach neuer Zuwanderung schafft. So müssen für all die Zuwandernden Wohnungen gebaut werden. Das schafft viele Arbeitsplätze, grossteils für neue Zuwandernde.

„Die Zuwanderung reguliert sich von selbst. Zuwandernde kommen nur, solange neue Stellen geschaffen werden.“ Falsch: Die Zahl offener Stellen wird weit weniger durch den Zuwachs von Arbeitsplätzen als durch die natürliche Fluktuation durch Jobwechsel und Pensionierungen geprägt. So werden pro Jahr auch in schlechten Zeiten 400'000 Stellen frei, sodass die Zuwanderung dann kaum abnehmen wird.

„Die Zuwandernden sind höher qualifiziert als die Schweizer.“ Falsch: Die Zuwanderung hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend von den Nord- zu den Südländern verlagert, wo eher der formale als der reale Bildungsstand höher als in der Schweiz ist. Die Zuwandernden sind auch recht jung. Verglichen mit gleichaltrigen SchweizerInnen ist ihr Bildungsvorsprung viel kleiner. Zudem haben die wirklich hoch qualifizierten Zuwandernden eine viel kürzere Verweildauer in der Schweiz, als die weniger qualifizierten, wie eine Studie der Basler Ökonomen George Sheldon und Dominique Cueni zeigt. Dummerweise hat der Bund bisher nur die Qualifikation der Brutto- statt der Nettozuwanderung gemessen.

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