Sessionsbericht: Hausarzt-Initiative

Ja zur Hausarztmedizin, damit die Familien auch in 10 Jahren noch einen Hausund Kinderarzt haben, damit weiterhin ein Hausarzt nach Hause und ins Altersheim kommt, damit junge Menschen wieder den Beruf des Hausarztes wählen

Das Ziel klingt plausibel und ist im Grundsatz zu unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Attraktivität der Hausarztmedizin massiv gestärkt werden, sonst stirbt die Grundversorgerpraxis bald aus. Der Handlungsbedarf ist unbestritten. Und solange die Einkommensunterschiede zwischen Hausärzten und Spezialisten bei gleicher Präsenzzeit bestehen, wird sich daran auch nichts ändern. Hier braucht es dringend eine Stärkung und Attraktivitätssteigerung der Hausarztmedizin. Die Initiative ist plausibel und greift ein wichtiges Anliegen auf. Doch ihr Blick auf eine einzelne Berufsgruppe ist verengt. Die Hausärzte fordern de facto eine Abgeltungsgarantie, die in der Bundesverfassung verankert wäre. Das hat kein anderer Berufsstand. Deshalb ist der Gegenentwurf insgesamt die vernünftigere Lösung.

Mit dem direkten Gegenentwurf zur Volksinitiative «Ja zur Hausarztmedizin» werden die berechtigten Anliegen der Initiative aufgenommen, ohne einer einzelnen Berufsgruppe in der Verfassung eine Sonderstellung einzuräumen, indem die Hausarztmedizin als wesentlicher Bestandteil einer interdisziplinär erbrachten medizinischen Grundversorgung betrachtet wird. Begleitet wird der direkte Gegenentwurf von einem Massnahmenpaket, das Verbesserungen in der Aus- und Weiterbildung, der Forschung und bei der Berufsausübung der Hausärztinnen und Hausärzte bringt. Der Gegenvorschlag will eine vernetzte, koordiniert und multiprofessionell erbrachte medizinische Grundversorgung, die auch neue Modelle integrierter Versorgung fördert und innovativen Partnerschaften mit Spitälern und andern Leistungserbringern möglichst die Tür öffnet. Mein Votum im Nationalrat.

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