Freisinn - Wie weiter? Geschätzte Besucherinnen und Besucher auf Politnetz

Der Freisinn, Gründer und Architekt der modernen Schweiz, befindet sich nunmehr schon seit zwanzig Jahren in einer tiefen Krise. Die FDP, die traditionelle Partei der individuellen Freiheit und des Marktliberalismus, droht in Zukunft in die Bedeutungslosigkeit zu versinken. Ich, als freisinniger Sympathisant, bedaure diese negative Entwicklung und mein Stolz scheint tief verletzt zu sein. Was sind die Lösungsansätze um der staatstragenden Partei Aufwind zu geben?

Als Autor dieses Beitrags mache ich den Anfang:

  1. Seit Pelli und Müller das Ruder des freisinnigen Dampfers übernommen haben, versucht die Partei zumindest auf nationaler Ebene möglichst geschlossen zu den verschiedenen Vorlagen zu stimmen. Pelli kritisierte sogar in der „Arena“ die CVP für ihre Wischiwaschi-Politik. Jedoch hat sich Pelli keinerlei Gedanken gemacht zu den historischen Hintergründen seiner Mutterpartei. Früher gab es in der liberalen Familie eher zentralistisch gesinnte Köpfe, welche einen schlanken aber starken Staat befürworteten. Auf der anderen Seite bestand die Partei auch aus einem Rechtsflügel, welcher eher an die Prinzipien des liberalen Marktes glaubte. Doch beide Strömungen fanden innerhalb der freisinnigen Gemeinschaft liberale Grundprinzipien, welche es zu verteidigen galt.

Ich bin überzeugt, eine liberale Grossfamilie, bestehend aus einem linken Flügel (die GLP könnte auch einbezogen werden) und einem rechten Flügel (à la Christian Wasserfallen oder gemässigte SVPler) verhälfe der Partei zu neuer Stärke, welche sich klar abgrenzt von konservativen Kräften und Sozialisten. Somit wäre die freisinnige Flugmaschine wieder bereit, durch die Lüfte zu fliegen.

  1. Ein weiterer Versuch die FDP auf Kurs zu bringen sehe ich im Wahlkampf. Die Freisinnigen sind stolz auf die Schweiz, welche sie erschaffen hatten und jahrzehntelang prägten. Dieses Potential gilt es zu nutzen. Für den kommenden Wahlkampf im Jahre 2015 könnte die Partei beispielsweise alte, ehemalige freisinnige Sujets wiederverwenden um dem Bürger zu zeigen, welche Partei er überhaupt vor sich hat. Der heutigen Bevölkerung ist oftmals gar nicht bewusst, was die Partei in der Vergangenheit leistete.

  2. Die FDP muss wieder eigene Visionen entwickeln um sich vor der Konkurrenz behaupten zu können. Bezüglich nachhaltiger Wirtschaft sehe ich grosses Potential, welches auch die Bevölkerung goutieren würde. Alfred Escher, der grossartigste Politiker und Visionär der Schweiz, brachte der Bau des Gotthardtunnels oder die Gründung der ETH und Credit Suisse schliesslich auch zustande.

  3. Um der FDP zu mehr Glaubwürdigkeit zu verhelfen schlage ich eine klare Abgrenzung zur Hochfinanz oder zu Grosskonzernen vor. Für ehemalige freisinnige Bundesräte (z. Bsp. Kaspar Villiger) sollte es verboten sein, Mandate anzunehmen. Für den Rest der Partei, fände ich ein Mandat ausreichend, sobald er nationaler Parlamentarier ist. Dies müsste in den Statuten der Partei festgelegt werden.

5.
Vielleicht noch ein letzter Punkt: Die Partei muss lernen die Probleme der Leuten wahrzunehmen und auf die Strasse zu gehen. Vielleicht sollte der eine oder andere Politiker auch mal seine Krawatte zu Hause lassen und sich légère mit einem Hemd und Blazer präsentieren:)

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