Lohnungleichheit – Ursachen nachhaltig eliminieren

Nach über 30 Jahren Gleichstellungsgesetz verdient ein Mann für gleichwertige Arbeit 100, während eine Frau gerade einmal 82 Franken kriegt. Nur die Hälfte dieses Lohnunterschieds ist erklärbar, die andere Hälfte ist pure Diskriminierung. Und ginge es in diesem Schneckentempo weiter, würde die Lohngleichheit erst in 66 (!) Jahren erreicht. Die Grünen fordern deshalb zwingende gesetzliche Instrumente zur Durchsetzung der Lohngleichheit, um diesen Missstand endlich zu beheben.

Lohnungleichheit hat weitere Ursachen. Diese zu beseitigen, gehört zu einer nachhaltig wirksamen Politik gegen Lohndiskriminierung:

Die Berufswahl läuft noch zu oft stereotyp ab: Frauen sind in klassischen Frauenberufen in der Gesundheit und in der Sozialpädagogik zu finden. Diese sind schlechter entlöhnt als die männerdominierten technischen und Finanzberufe. Mittlerweile schliessen zwar mehr junge Frauen als Männer mit einer Matura ab. Dank gezielter Förderung liegt der Anteil der Studentinnen an der ETH mittlerweile bei 31%. Diese Bemühungen müssen dringend fortgesetzt werden, nicht zuletzt zur Motivation von Männern für „Frauenberufe“.

Damit Frauen Familie und Beruf verbinden können, arbeiten sie deutlich häufiger Teilzeit als Männer. Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Frauen, aber nur rund einer von sieben Männern, gehen einer Teilzeitarbeit nach. Das bedeutet einen tieferen Lohn, häufig ungesicherte bis prekäre Arbeitsverhältnisse, schlechtere soziale Absicherungen sowie geringere Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen.

Immer mehr Männer melden ebenso an, sich neben dem Beruf um die Kinder kümmern zu wollen. Zu Recht, denn Gleichstellung ist nicht nur in der Erwerbsarbeit einzufordern, sondern auch in der Haus- und Familienarbeit. Für die Grünen gilt deshalb das Ziel: Sowohl Mann wie Frau übernehmen je zu 50% Erwerbs- und Care-Arbeit. Wir fordern deshalb eine Offensive in Teilzeitarbeit auch für Männer, natürlich mit existenzsichernden Löhnen für beide.

Miserabel ist die Vertretung der Frauen im Kader: Insgesamt sind gerade 26% der Kaderleute Frauen. Zuoberst und in Verwaltungsräten sind es nur noch 7%, obwohl es genügend qualifizierte Frauen gäbe! Die Beweise lägen vor: Gemischte Teams sind motivierter, innovativer und leistungsfähiger. Mit Frauen in der Führung können die Nachhaltigkeit der Entscheide und die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen bis 25% gesteigert werden. Weil sich die Situation nicht freiwillig ändert, ist für die Grünen klar: Quoten sind ein wirkungsvolles Steuerungsinstrument, um diese Männerbastionen zu knacken.

82 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Gleichstellung»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production