Nein zur Kollektivbestrafung der Sportfans

Am 2. Februar 2012 wurde das Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen zum letzten Mal überarbeitet.

Die Polizei und Politik versucht mit diesem Konkordat Herr der Gewalt zu werden, doch alles was sie damit erreichen ist, das sie langsam Schritt für Schritt die Grundrechte aller Bürger beschneidet. Die neuen Massnahmen erlassen der Politik und Polizei einen unheimlichen Spielraum, das kann und wird wahrscheinlich auch zu Grundrechtsverletzungen führen. Es fängt mit Rayonverboten und Sicherheitskameras an und hört mit der Überwachung der Sportfans auf.

Schon heute können Rayonverbote erlassen werden, welche die Bewegungsfreiheiten der betroffenen Menschen ist stark eingeschränkt, da sich an jedem Spieltag auf der Polizei einfinden müssen und sich dem Stadion nicht nähern dürfen. Hier darf ich mal die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zitieren

Artikel 13

  1. Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.

Es ist nicht nur absurd bürokratisch, sondern auch Grundrechts- und Menschenrechtsverletzend.

Doch auch hier sind wir noch nicht ganz am Schluss angekommen. Nach Artikel 3b des neuen Konkordats kann die Polizei oder private Sicherheitsdienste auf den blossen Verdacht hin Sportfans im Intimbereich untersuchen, für einen demokratischen Rechtsstaat wie die Schweiz ist das ein unhaltbarer Zustand, der Kollektivbestrafung und Sippenhaft öffnet dies Tür und Tor.

Aber nun zum Absurdesten aller neu Regelungen. Um die Unsinnigkeit dieser Regel zu verdeutlichen stellen wir uns folgendes Szenario vor:

Ein FCB-Fan der in Zürich wohnt und an ein FCZ-FCB Spiel möchte, muss zuerst nach Basel fahren und dort in den Fanzug nach Zürich einsteigen, dass das allein schon aus ökologischer Sicht nicht sonderlich sinnvoll ist muss ich ja wohl hoffentlich nicht erklären, aber viel wichtiger es ist restriktiv und unheimlich bürokratisch.

Es geht hier nicht um die FCB-Fans in Zürich, die sicherlich ein schweres Leben hat, es geht hier um alle die gerne mal eine Sportveranstaltung besuchen, anstatt wirklich was gegen solche tun die nur aus Gewalt an Sportanlässe pilgern. Aus dem scheinheiligen Grund etwas gegen Hooligans zu unternehmen, werden die Grundrechte aller beschnitten.

Doch es scheint, dass dieses Konkordat nicht der letzte Schritt gegen die Sportfans ist, schon heute wird offen über ein Alkoholverbot in Stadien gesprochen, aber wir reden hier nicht über ein generelles Verbot, Nein der Champagner in den VIP-Logen wird weiterhin erlaubt ist, vielmehr nimmt man dem Fussballfan das Bier weg. Dies ist ein Zeichen das der Kampf von der politischen Elite gegen unten geführt wird.

Anstatt das man mit dem Konkordat mehr Sicherheit mit diesem Konkordat schafft, fördert man das Misstrauen der Jugend gegenüber Polizei, Staat und Politik. Man wird nichts damit erreichen, ausser es ist das Ziel ein Bürokratiemonster einzuführen und Grundrechte abzuschaffen.

Doch die politische Unterstützung für das neue Konkordat reicht von links bis nach rechts, von SP bis SVP unterstützen alle, das Konkordat. Mit einer Ausnahme die Grünen/AL/CSP haben als einzige zürcher Kantonsratsfraktion ein Nein beschlossen.

Zu guter Letzt noch ein Zitat von Benjamin Franklin:

Diejenigen, die bereit sind grundlegende Freiheitenaufzugeben, um ein wenig kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.

Daher am 9. Juni Nein zum unsäglich bürokratischen und grundrechtsverletzenden Konkordat.

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