Waffen - Prävention statt Prohibition!

Nach dem heutigen, sehr bedauerlichen Vorfall, den ich zutiefst bedaure und auf schärfste verurteile, wird die Diskussion und die Fragen über Waffen und deren Sinn uns früher oder später wider begleiten, soviel ist sicher.

Ein Amoklauf ist schlichtweg unentschuldbar und darf in keinster Weise auch nur im Ansatz in Schutz genommen werden. Mein herzlichstes Beileid gillt dabei den Opfern, sowie der Famile des Amokschützen.

Waffen - Prävention statt Prohibition:

Einen Grundsatz den ich auch hier vertreten kann ist sicher, das die Freiheit des einzelnen dort aufhört, wo sie die Freiheit des Anderen oder dessen Lebensqualität einschränkt oder im schlimmsten Falle sogar verunmöglicht.

Ein Verbot ist sicher hier auch nicht die Lösung, denn genau wie der eine Bürger im Recht ist vor Gewalt durch Waffen geschützt zu werden. So ist es des anderen Recht, einen Sport auszuüben oder einer Sammelleidenschafft nachzugehen, solange dies für die Öffentlichkeit zumutbar ist und von der Person die diese Tätigkeit ausübt keine Gefahr ausgeht.

Der Teufel steck auch hier im Detail! Während ich im Schützen der im Verein schiesst und seine Waffe ordnungsgemäss(!) in den eigenen vier Wänden aufbewahrt kein Problem, sehe bin ich froh das nicht jede Waffengattung ohne weiteres, wenn überhaupt legal erhältlich ist.
Was Waffen sicherlich nie werden dürfen ist ein Discountartikel denn man sich einfach so um die Ecke kaufen kann und das ist in der Schweiz nicht so!

Der Kauf einer Waffe ist jedem mündigen, handlungsfähigen Bürger ab 18 Jahren möglich, jedoch an diverse Bedingungen geknüpft. Das ist gut so!
Es kostet zwar nicht ein Vermögen und ist nicht ein riesen Akt der Bürokratie, aber immerhin muss der Käufer im Voraus einen Strafregisterauszug vorlegen können und einen Wafferwerbschein beantragen.
Der Vorteil hierbei ist sicher die Wartezeit die enststeht zwischen Wunsch oder Bedürfnis zum Besitz einer Waffe, bis zur Durchführung des Kaufes und die InBesitznahme.
Der Kriminologe kann sicher bestätigen das ein Grossteil der begangenen Gewaltverbrechen im Affekt oder unmittelbar auf ein vorhergegangenes Ereignis stattfindet.
Unsere Gesetzgebung verhindert also die äusserst schnelle Beschaffung einer Waffe bereits erfolgreich!

Natürlich trifft das nicht auf Jene zu, die bereits eine Waffe besitzen und ein Verbrechen begehen wollen. Ich pflichte jedem bei, der die Meinung vertritt eine Waffe in der Hand einer schlechten Person sei etwas furchtbares. Dem ist so und da ist keine Diskussion notwendig.

Nur müssten wir dann jedem "schlechten" Menschen nicht sogar Messer und Gabel verwehren?
Das mag vielleicht etwas anmuten, JEDOCH verschliessen sie sich nicht der Tatsache das mit genau diesen zwei und vielen anderen Gebrauchsgegenständen eine Gewalttat vollzogen werden kann. Dies ohne Weiteres...

Jedoch ist auch hier zu sagen das der Teufel im Detail steckt!
Es braucht auf jeden Fall eine gutdurchdachte, dynamische und moderne Politik und Gesetzgebung damit wir uns als Gesellschafft einen können und eine Lösung finden die für Jedermann tragbar ist!
Ein Verbot wäre genauso schrecklich und destruktiv wie eine zu lockere Handhabung gegenüber Waffen mit erhöhtem Gefährdungspotential!

Als konkretes Beispiel nenen ich hier meine Aussage dass nicht jeder Bürger/in ein Vollautomatisches Gewehr benötigt. Wer jedoch mit jahrelanger Erfahrung im Schiesssport dabei ist und die nötigen Anforderungen mit sich bringt, dem sollte dies möglich sein, wie es genau jedem Anderen schlichtweg verwehrt BLEIBEN MUSS! Das ist DEMOKRATIE und GERECHTIGKEIT, genau das was unseren Rechtstaat ausmacht!

Wie oben bereits erwähnt und angetönt, wer ein Verbrechen begehen will
und wo es nicht frühzeitig erkannt wird oder präventiv verhindert werden kann, tut dies leider früher später. Das Tatwerkzeug spielt dabei nicht immer die Hauptrolle. JEDOCH braucht es Restriktionen die zum Beispiel einen Amoklauf verhindern können.
Ein generelles Verbot tut dies leider nicht!

Sind wir auch hierbei ehrlich, kein Sammler oder Sportschütze muss im Besitz von mehreren hundert Schüssen oder zig Magazinen sein.
Eine Einschränkung beim Kauf könnte hier bereits ein ANSATZ für eine bessere Situation sein. Was wir brauchen sind konstruktive und situationsgerechte Lösung die allen Parteien zumutbar sind und ich bin überzeugt und habe vollstes Vertrauen in unsere Regierung und Politiker, dass wir diese finden!

Ja meine lieben Leute es braucht vorallem auch Optimismus! Wir gehen diese Thematik an damit solche Ereignisse verhindert werden können, aber keineswegs einseitig! denn das wäre unser Verderben in dieser Sache! Verbote tun der Nachfrage oft keinen Abbruch! Im Gegenteil! Vergessen Sie nicht das ein legaler Markt einfacher zu kontrollieren ist!
Prävention durch Prohibtion! Ein KLARES NEIN!

Allen Waffengegnern nur noch soviel...es sind nicht allein die Waffen!
Wer findet das der Besitz eine Waffe an sich schon eine Gefahr darstellt und unnötig ist, der soll sich mal klar überlegen ob wir dann nicht auch in ganz anderen Bereichen handeln müssten:

Ein Beispiel ist die Automobilindustrie: Zig Menschen sterben jedes Jahr auf den Strassen durch Raser, ein unwiderlegbarer Fakt!
So könnten wir doch nun mit dieser Logik auch dort sagen, das PS-Boliden eigentlich unnütz sind und eine Gefahr darstellen!

Ich habe noch nie eine Diskussion vernommen, wo sich unterhalten wurde ob nun ein Verbot dieser Autos in Frage kommen könnte, wo doch in der Schweiz jedes Jahr mehr Menschen durch Raser zu Tode kommen als durch legale Waffen in der Hand von Schützen und Sammlern!

Ich zitiere dabei 20min.ch:
http://www.20min.ch/schweiz/zentralschweiz/story/3-Tote--7-Verletzte---Amoklauf-in-Menznau-30512240

"Waffenbesitz ist in der Schweiz weit verbreitet. Bei acht Millionen Einwohnern gibt es rund 2,3 Millionen Schusswaffen. Die Zahl der Verbrechen mit Waffen ist dagegen niedrig. 2009 wurden insgesamt 24 Menschen durch Waffengewalt getötet. Das entspricht einer Rate von 0,3 je 100 000 Einwohner. In den USA ist diese Rate beispielsweise elfmal höher."

Wo würde das auch hinführen wenn wir alles verbieten wollten....auf jedenfall mit Freiheit und Demokratie hätte das nicht mehr viel zu tun und genau das macht doch eine grossen und schätzbaren Teil unseres menschlichen Daseins aus!

Ich danke Ihnen fürs aufmerksame Lesen!

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