Familienartikel: Eine Antwort mit 5 Wahrheiten zum Beitrag von Frau NR Barbara Schmid - Federer

Der Teufel an der Wand - oder etwa in der Kita Schulstube?

Frau Schmid versucht sich in der Erklärung, weshalb „Kinder der Staatskasse“ etwas Tolles sind, und legt dies mit Irrtümern dar. Um es vorweg zu nehmen, meine Familie besteht aus zwei berufstätigen Eltern und aus zwei schulpflichtigen Jungs. Somit hätte ich doch alles Interesse daran, diese Sache zu unterstützen. Doch das Gegenteil ist der Fall.
Das geht soweit, dass am 24. Februar 2013 die Deutsche Politsendung mit Günther Jauch zum Thema „Kein Platz für Kinder – was wird aus dem Kita Versprechen“ eine Sendung machen musste. Wir müssen ja nicht alle bodenlose Fässer der EU übernehmen.

Wahrheit Nr. 1: Der Staat übernimmt die familiäre Eigenverantwortung.
Eigenverantwortung heisst, dass die Eltern eigenverantwortlich die Entscheidung treffen, welche Erziehungsmethode gewählt wird und wer für was verantwortlich ist. Falls ein Partner zuhause bleiben möchte, dann ist diese Heimbetreuung im Vergleich zur Staatskrippe zu wenig effektiv steuerlich begünstigt. Falls beide Elternteile arbeiten wollen, dann ist eben eigenverantwortlich ein privater „Kita Platz“ zu organisieren. Günther Jauch zeigte eindrücklich auf, dass aufgrund der Wartelisten in Deutschland auch wenig begüterte, alleinerziehende Mütter trotz staatlichem „KITA – Schirm“ nicht darum herum kommen. Das ist unter anderem so, weil der Staat dort mit der Staatskrippe die Eltern entlastet, selbst über Betreuungsplätze nachzudenken. Papa Staat hat’s schon organisiert. Wir organisierten übrigens für unsere Jungs die Nachbarschaft, was problemlos klappte. Wo ein eigenverantwortlicher Wille, da auch ein Weg – ohne Steuerrechnung.

Wahrheit Nr. 2: Uferlose Kosten
In der Schweiz gibt es gemäss BfS (31.12.2011) 1‘368‘850 Kinder zwischen 0 – 16 Jahren. Wenn nun 50% einen Staatsplatz beanspruchen, und jede Kita – Klasse 20 Kinder beherbergen will, dann ergibt das 34‘222 Kita – Klassen. Nehmen wir nun an, dass eine Betreuungsperson inkl. AG Sozialleistungen 95‘000 Franken kostet, und ein KITA Raum pro Jahr 24‘000 Franken verschlingt, sowie die Verpflegungskosten pro Kind und Tag CHF 15 kostet, und während 220 Tagen im Jahr betreut wird, dann sieht die Rechnung für uns Steuerzahler wie folgt aus:

684‘425 Kinder x 220 Tage x 15 Franken Verpflegung = CHF 2‘258‘602‘500
34‘222 Kita Klassen x CHF 95‘000 Lohn = CHF 3‘251‘090‘000
34‘222 Kita Klassen x CHF 24‘000 Raumkosten = CHF 821‘328‘000

Das ergibt das hübsche Sümmchen von 6,3 Milliarden Franken zusätzlichen Kosten, welche dem Gemeindesteuerfuss belastet werden. Falsch gerechnet? Erwarte Gegenbeleg.

Wahrheit Nr. 3: Der Bund zentralisiert die Familienpolitik
Frau Schmid schreibt’s

Der Bund kann erst dann aktiv werden, wenn die Rahmenbedingungen eine echte Wahlfreiheit der Eltern verunmöglichen.

Das heisst im umgekehrten Fall, dass wenn es zu wenig Kinder in der Kita hat, kann der Besuch schnell auch für obligatorisch erklärt werden, um den „Wirkungsgrad des Steuerfrankens“ zu erhöhen. Wenn also ein einziges Elternpaar in ihrer Wohngemeinde in Hinterduggingen eine Kita verlangt, dann müssen die anderen bezahlen.

Wahrheit Nr. 4: Der Staat greift in die Privatsphäre ein

Siehe Wahrheit Nummer 3

Wahrheit Nr. 5: Politikerinnen und Politiker betreiben Aktivismus
Dem ist so. Anstelle die Staatsquote zugunsten der Familien zu senken, werden neue Kosten zugunsten der „Kinder der Staatskasse“ generiert, welche auch die kinderlose Allgemeinheit im Giesskannenprinzip belasten. Wie gut das funktioniert, kann man sich in der Sendung von Günther Jauch ansehen.

Deshalb habe ich für den 3. März 2013 ein NEIN eingelegt.

64 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.

2 weitere Kommentare
8 weitere Kommentare

Mehr zum Thema «Familie»

zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production