Familienartikel: die fünf grössten Irrtümer und ihre Replik

Wer die Argumente der Gegnerschaft zum Familienartikel liest, reibt sich die Augen: Da wird buchstäblich der Teufel an die Wand gemalt. Anbei die Replik auf irreführende Aussagen.

Irrtum Nr. 1: Der Staat übernimmt die familiäre Eigenverantwortung.
Im Gegenteil: Der Artikel fördert die Eigenverantwortung, indem er die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schafft. Eltern sind verantwortlich für ihre Kinder, doch (zu) viele Paare verzichten auf Kinder, weil Rahmenbedingungen fehlen, um eigenverantwortlich ihr Einkommen zu bestreiten. Wer dennoch Kinder zur Welt bringt, rutscht nicht selten in die Familienarmut ab. Vor hundert Jahren konnten viele Frauen die Erziehung ihrer Kinder nicht wahrnehmen, weil sie etwa im Geschäft des Mannes mitarbeiteten. Die Kindererziehung wurde an Verwandte delegiert. Diese stehen den heutigen Eltern kaum mehr zur Verfügung. Es ist daher entscheidend, dass wir den Familien geeignete Massnahmen zur Verfügung stellen, damit auch arbeitende Eltern die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen können.

Irrtum Nr. 2: Uferlose Kosten
Die tiefe Geburtenrate von 1.54 Kindern pro Frau ist eines der grössten wirtschaftlichen Risiken für unser Land: Die Folgen beispielsweise für die Sozialversicherungen sind enorm. Deshalb ist es nicht nur sinnvoll, sondern auch volkswirtschaftlich wichtig, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Tun wir nichts, fehlen Unternehmen Fachkräfte, die sie im Ausland rekrutieren müssen. Die Erwerbstätigkeit führt nicht nur zu höheren Steuereinnahmen, sondern auch zu tieferen Kosten für die Allgemeinheit. Wer von uferlosen Kosten spricht, sollte sich mit volkswirtschaftlichen Mechanismen befassen: Von diesen Investitionen profitieren wir alle.

Irrtum Nr. 3: Der Bund zentralisiert die Familienpolitik
Es ist Aufgabe der Kantone, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Ausschlaggebend sind aber die Anstrengungen von Dritten: von Gemeinden, privaten Organisationen und der Wirtschaft. Diese gilt es zu fördern. Der Bund kann erst dann aktiv werden, wenn die Rahmenbedingungen eine echte Wahlfreiheit der Eltern verunmöglichen.

Irrtum Nr. 4: Der Staat greift in die Privatsphäre ein
Die Familie ist in der Schweiz Privatsache. Der Staat will und darf sich nicht in die Privatsphäre der Familien einmischen. Der neue Familienartikel ermöglicht es den Eltern, ihre Familienangelegenheiten privat zu regeln, indem sie die Wahlfreiheit erhalten, welches Familienmodell sie leben wollen. Übrigens: Bei den betagten Eltern, die im Heim gepflegt werden, beklagt niemand das Eingreifen des Staates in die Privatsphäre.

Irrtum Nr. 5: Politiker betreiben Aktivismus
Die Schweiz hat ihrer Familienpolitik bislang weder ein Gesicht noch einen Namen gegeben. In der Verfassung besetzen viele Bereiche ihren eigenen Artikel: Jugendpolitik, Alterspolitik, Bildungspolitik, Arbeitspolitik, Regionalpolitik, ja sogar die Konjunkturpolitik – sie alle haben ihren entsprechenden Artikel in der Schweizerischen Bundesverfassung. Die Familienpolitik hat ihn nicht.

Dies soll sich ändern, mit einem JA am 3. März 2013.

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