Nein zur Abzocker-Initiative: Annahme fördert Risikofreude in Unternehmen

Die Abzocker-Initiative geht in vielen Punkten zu weit – schlimmer noch, sie fördert kurzfristiges Unternehmertum. Die Initiative fordert nämlich eine jährliche Wiederwahl aller Verwaltungsräte. Damit die Wiederwahl gesichert ist, haben die Verwaltungsräte zwei Möglichkeiten. Entweder gehen sie überdurchschnittliche Risiken ein oder sie verhalten sich ganz still. Ersteres machen sie, um die Wiederwahl durch einen überdurchschnittlichen Gewinn zu sichern, letzteres, um die Wiederwahl nicht durch Fehler zu gefährden. Beides kann die Existenz der Unternehmung gefährden. Beides ist schädlich, sowohl für Aktionäre als auch für Arbeitnehmende.

Die Abzocker-Initiative schiesst über das Ziel hinaus. Die Schweiz würde das strengste Aktienrecht erhalten, was die Wettbewerbsfähigkeit und den Standort Schweiz schwächt. Ich stimme deshalb entschieden nein und verhelfe so dem indirekten Gegenvorschlag zum Durchbruch. Übrigens: Der Gegenvorschlag wirkt rascher gegen Abzockerei, weil er nach kurzer Frist in Kraft treten würde. Im Falle einer Annahme der Initiative müsste zuerst noch ein Gesetz ausgearbeitet werden. Wie lange dies dauern kann, wurde bei der Ausschaffungsinitiative deutlich.

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