Marco Camin, der Mitt Romney von Zürich?

Die bürgerlichen Wähler dürfte Marco Camin auf sicher haben. Kann er durch seine situative Positionierung als grüner und als Sozialpolitiker und durch punktuelles Sympathisieren mit Rechts Wähler von anderen Lagern gewinnen?

Nach der ersten Romney /Obama Debatte war ich ziemlich perplex, da Romney‘s Positionen auf einmal vielfach identisch mit denen von Obama waren. Romney hatte bei zentralen Standpunkten seine Meinung um 180 Grad geändert. Gleich geht es mir bei Marco Camin nach Lektüre verschiedener Presseberichte, vor allem aber nachdem ich Marco Camin bei Interviews und Podiumsgesprächen live erlebt habe. Auf einmal hat er sich ein grünes Mäntelchen und rote Stiefelchen angezogen. Gebetsmühlenartig wiederholt Marco Camin die wenigen, immer gleichen, schwa- chen Argumente wieso man ihn für einen grünen bzw. für einen Sozialpolitiker halten sollte. Verwirrung betreffend seiner politischen Einstellung spiegelt sich auch in der Presse wieder: „Marco Camin der Sowohl-als-auch-Kandidat, „Marco Camin soll weniger herumeiern“,“ Marco Camin biedert sich an“. Auch höre ich im Gespräch mit der linken wie auch rechten Seite, dass er sich im persönlichen Diskurs bevorzugt als Gleichgesinnter gibt.

TalkTäglich vom 4.2.2013 mit Marco Camin, Daniel Hodel, Richard Wolff /Teil 1

TalkTäglich vom 4.2.2013 mit Marco Camin, Daniel Hodel, Richard Wolff /Teil 2

Kernaussagen von Marco Camin in 3 Minuten/TalkTäglich 4.3.2013

Die Mitt Romney /Marco Camin Wahlstrategie
Romney glaubte, dass er die konservativen Wähler auf sicher hat und wollte mit einer 180 Grad Kehrtwendung die unentschiedenen Wähler abholen. Auch Marco Camin geht davon aus, dass die bürgerlichen Wähler sowieso für ihn stimmen. Der Gegebenheit angepasst gibt er sich deshalb jeweils als grüner Politiker, als Sozial- politiker oder sympathisiert gar mit Positionen der rechten Seite. Bei Aufritten vor einem breiteren Publikum hat Marco Camin bevorzugt weitestgehend gar keine Meinung.

Ist die Sowohl-als-auch-Politik ein FDP Phänomen?
Philipp Müller und auch andere FDP Persönlichkeiten beweisen, dass dem nicht so ist und dass man auch als FDP Politiker klare Aussagen machen und klare Positionen beziehen kann.

Wie wird es ausgehen?
Romney hat klar verloren. Bei Marco Camin bleibt es spannend. Noch mehr als bei Romney fällt es Marco Camin mit fortschreitendem Wahlkampf jedoch immer schwerer seine Rolle zu spielen. Vor allem bei kritischeren Interviewern scheint sein eingeübtes Repertoire von ca. 20 Argumenten nicht mehr zu genügen. Klar Marco Camin bleibt der Favorit. Wählt man Daniel Hodel oder Richard Wolff gilt jedoch: „You get what you see“, bei Marco Camin: „You will see what you get“.

Hier ein Kurzfilm zu welchem Marco Camin mich inspiriert hat

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